Blog

Hier findest Du die Meinung und Erlebnisse von Susanne Z.

Glück

24.05.2010 17:35

 

Glück

 

Glück, dachte Luise.

...

Schlicht und einfach Glück.

...

Wer sich nicht auf das Glück verlassen wollte, der machte einen Plan.

Einen Plan für den Fall, dass irgendwann mal was schiefging und nur fünfzig Meter blieben, um zu entkommen.

(Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter)

Requiem für einen Gehstock

09.05.2010 18:26

Requiem für einen Gehstock

 

Vor etwa sieben Jahren habe ich ihn kennen gelernt.

Mich lange geziert.

Dann akzeptiert.

Ihn in mein Leben integriert.

Mich mit ihm identifiziert.

Dann gehörte er zu mir wie ein Muttermal.

Er hat mir das Leben erleichtert:

„Mach der Oma Platz!“

Er war billig.

Fünfundzwanzig Demark.

Zwei Mädchen werden jetzt ab und zu mit ihm spielen.

 

 

Mobilität

05.05.2010 20:14

Mobilität

 

Nelkensamen flogen von Amsterdam nach Haifa. In einem Kibuzz lernten Sie das Keimen und Verwandeln in Stecklinge.

Ein Ausflug nach Gaza in ein angesagtes Gewächshaus war spannend.

Dort wurde geduscht, gedopt, gewachsen und geblüht.

Dann kamen die Leute mit den Scheren.

 

Wieder ein Ausflug

Flugzeug

Amsterdam

LKW

Blumenladen

Veronika

 

PS. Exporte aus dem Gazastreifen sind verboten. Ausnahme: Nelken

 

Die zwölfte Pille

10.04.2010 21:38

 

Die Prinzessin war schwer krank.

Nichts und niemand konnte helfen.

Da kam eine Fee:

„Nimm davon elf Pillen, die zwölfte bringt Unglück.“

Nach elf Pillen war die Prinzessin gesund.

Also schluckte sie auch die zwölfte.

Das ganze Land fiel in Schlaf.

Im zwölften Jahr kam ein Prinz.

Er küsste einen Kühlschrank.

Alle wachten auf.

Trotzdem keine Hochzeit.

Der Prinz war verheiratet.

Die Prinzessin wurde Apothekerin.

Sie entfernte aus jeder Packung die zwölfte Pille.

 

(Frei nach Franz Hohler: Die Riese und die Erdbeerkonfitüre)

 

Du bist du

04.04.2010 19:06

So schlecht wie dir geht es mir nicht!

 

Zwei MS-Patienten (edss 2,25 + edss 6,5)

sitzen beim Frühstück an einem Tisch

 

Warum immer und überall ein Wettbewerb?

Haben die keine Themen?

Können die nicht einfach nett sein?

Finden die keine Gemeinsamkeiten?

Führt die These der 1000 Gesichter zur Vereinzelung?

Jedem eine eigene Schublade?

My home is my castle?

 

Zwei MS-Patienten (edss 7,25 + edss 6,5)

treffen sich in einem Aufzug

 

Gut grollt isch besser als schlecht gloffe!

 

 

 

Ein Reha-Western

26.03.2010 21:59

Patient A geht mit einem Rollator vom  Speisesaal zum Aufzug.

Von hinten nähert sich mit entschlossenen Schritten Patient B.

 

„Geben Sie her! Das ist mein Rollator!“

 

Patient B nimmt den Rollator von Patient A und entfernt sich eilig.

 

(Diese Western-Szene habe ich nicht erfunden. Patient A ist ruhig, als passiere so was täglich, in den Speisesaal zurück gegangen und hat seinen eigenen Rollator genommen und ich habe einen Anfangsverdacht, warum es auf den Schulhöfen so sonderbar zugehen soll.)

ErgoLogo

21.03.2010 23:47

ErgoLogo

 

Die Patientin bekommt eines Abends zwei Scheiben Käse, zwei Scheiben Knäckebrot und eine Tasse Tee in ihr Zimmer gebracht.

Dieses ungeheuerliche Ereignis veranlasst eine unbekannte Person zu der Erkenntnis dass die Patientin vorerst alle Mahlzeiten auf der Station einnehmen wird.

Sie hat demnach im Speisesaal im Erdgeschoss am Tisch bei den netten Leuten nichts mehr verloren.

Sie versucht es dennoch.

Frühstück und Mittagessen im Speisesaal, Abendessen im Zimmer.

Kein Problem! sagen die auf der Station.

Kein Problem! sagen die im Speisesaal

 

Die Patientin sitzt im Speisesaal beim Mittagessen.

Vor sich gähnende Leere.

Die Tischkarte teilt mit: Station.

„Ihr Essen ist auf der Station!“

„Ihr Essen kommt von der Station zurück.“

Nach einer halben Stunde.

Die Tischgesellschaft hat sich aufgelöst.

Das Essen kommt.

Spaghetti Carbonara.

 

Die im Speisesaal sagen, die auf der Station seien schuld.

Die auf der Station sagen, die im Speisesaal seien schuld.

 

ErgoLogo

Die Patientin ist ganz allein selber schuld.

Wie kommt sie auf die seltsame Idee abends im Zimmer etwas essen zu wollen.

Käse macht dick.

 

 

Die besten Nebenwirkungen aller Zeiten

16.03.2010 21:17

Die besten Nebenwirkungen aller Zeiten

 

Wohlriechende Blähungen

Malerische Hautausschläge

Angenehme Ohrläppchen

Zauberhafte Fingernagelereignisse

Interessantes Herzklopfen

Fabelhafte Fußknöchel

Außerordentliche Nasenlöcher

Abenteuerliche Gedanken

Immerwährende Dankbarkeit

 

Behinderung am Lago

15.03.2010 20:31

Lago, Sole, Mare, Pesce, Aqua

Der Hotel-Manager verkündet, der Pool liege in 3km Entfernung.

Schwimmen sei gesund und solle täglich geübt werden.

Man könne sofort den Vertrag für ein angenehmes Auto unterschreiben:

Maserati

Rot

Mit elektrischem Antrieb

Ansonsten wäre in zwei Wochen mit einem Transfer zu rechnen.

Vielleicht.

Rehabilitationsmaßnahmen

13.03.2010 19:53

Rehabilitationen sind große Klasse

gute Unterstützung

wichtiger Baustein

allgemeine Versorgung

selbstbestimmtes Leben

ohne Alternative

Juppheidijuppheida

 

Dann kam die Gesundheitsreform

1. April 2007

 

„Patienten und Angehörigen ist zu raten, auf die Durchführung von ambulanten oder auch stationären Rehabilitationsmaßnahmen zu bestehen.“ (Together 1/2010)

Susanne Z.


Geschlecht: weiblich

Blog Navigation

Hervorgehobene Tage zeigen Einträge an.

Homepage Link