Hier findest Du die Meinung und Erlebnisse von Susanne Z.
Glück
Glück, dachte Luise.
...
Schlicht und einfach Glück.
...
Wer sich nicht auf das Glück verlassen wollte, der machte einen Plan.
Einen Plan für den Fall, dass irgendwann mal was schiefging und nur fünfzig Meter blieben, um zu entkommen.
(Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter)
Requiem für einen Gehstock
Vor etwa sieben Jahren habe ich ihn kennen gelernt.
Mich lange geziert.
Dann akzeptiert.
Ihn in mein Leben integriert.
Mich mit ihm identifiziert.
Dann gehörte er zu mir wie ein Muttermal.
Er hat mir das Leben erleichtert:
„Mach der Oma Platz!“
Er war billig.
Fünfundzwanzig Demark.
Zwei Mädchen werden jetzt ab und zu mit ihm spielen.
Mobilität
Nelkensamen flogen von Amsterdam nach Haifa. In einem Kibuzz lernten Sie das Keimen und Verwandeln in Stecklinge.
Ein Ausflug nach Gaza in ein angesagtes Gewächshaus war spannend.
Dort wurde geduscht, gedopt, gewachsen und geblüht.
Dann kamen die Leute mit den Scheren.
Wieder ein Ausflug
Flugzeug
Amsterdam
LKW
Blumenladen
Veronika
PS. Exporte aus dem Gazastreifen sind verboten. Ausnahme: Nelken
Die Prinzessin war schwer krank.
Nichts und niemand konnte helfen.
Da kam eine Fee:
„Nimm davon elf Pillen, die zwölfte bringt Unglück.“
Nach elf Pillen war die Prinzessin gesund.
Also schluckte sie auch die zwölfte.
Das ganze Land fiel in Schlaf.
Im zwölften Jahr kam ein Prinz.
Er küsste einen Kühlschrank.
Alle wachten auf.
Trotzdem keine Hochzeit.
Der Prinz war verheiratet.
Die Prinzessin wurde Apothekerin.
Sie entfernte aus jeder Packung die zwölfte Pille.
(Frei nach Franz Hohler: Die Riese und die Erdbeerkonfitüre)
So schlecht wie dir geht es mir nicht!
Zwei MS-Patienten (edss 2,25 + edss 6,5)
sitzen beim Frühstück an einem Tisch
Warum immer und überall ein Wettbewerb?
Haben die keine Themen?
Können die nicht einfach nett sein?
Finden die keine Gemeinsamkeiten?
Führt die These der 1000 Gesichter zur Vereinzelung?
Jedem eine eigene Schublade?
My home is my castle?
Zwei MS-Patienten (edss 7,25 + edss 6,5)
treffen sich in einem Aufzug
Gut grollt isch besser als schlecht gloffe!
Patient A geht mit einem Rollator vom Speisesaal zum Aufzug.
Von hinten nähert sich mit entschlossenen Schritten Patient B.
„Geben Sie her! Das ist mein Rollator!“
Patient B nimmt den Rollator von Patient A und entfernt sich eilig.
(Diese Western-Szene habe ich nicht erfunden. Patient A ist ruhig, als passiere so was täglich, in den Speisesaal zurück gegangen und hat seinen eigenen Rollator genommen und ich habe einen Anfangsverdacht, warum es auf den Schulhöfen so sonderbar zugehen soll.)
ErgoLogo
Die Patientin bekommt eines Abends zwei Scheiben Käse, zwei Scheiben Knäckebrot und eine Tasse Tee in ihr Zimmer gebracht.
Dieses ungeheuerliche Ereignis veranlasst eine unbekannte Person zu der Erkenntnis dass die Patientin vorerst alle Mahlzeiten auf der Station einnehmen wird.
Sie hat demnach im Speisesaal im Erdgeschoss am Tisch bei den netten Leuten nichts mehr verloren.
Sie versucht es dennoch.
Frühstück und Mittagessen im Speisesaal, Abendessen im Zimmer.
Kein Problem! sagen die auf der Station.
Kein Problem! sagen die im Speisesaal
Die Patientin sitzt im Speisesaal beim Mittagessen.
Vor sich gähnende Leere.
Die Tischkarte teilt mit: Station.
„Ihr Essen ist auf der Station!“
„Ihr Essen kommt von der Station zurück.“
Nach einer halben Stunde.
Die Tischgesellschaft hat sich aufgelöst.
Das Essen kommt.
Spaghetti Carbonara.
Die im Speisesaal sagen, die auf der Station seien schuld.
Die auf der Station sagen, die im Speisesaal seien schuld.
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Die Patientin ist ganz allein selber schuld.
Wie kommt sie auf die seltsame Idee abends im Zimmer etwas essen zu wollen.
Käse macht dick.
Die besten Nebenwirkungen aller Zeiten
Wohlriechende Blähungen
Malerische Hautausschläge
Angenehme Ohrläppchen
Zauberhafte Fingernagelereignisse
Interessantes Herzklopfen
Fabelhafte Fußknöchel
Außerordentliche Nasenlöcher
Abenteuerliche Gedanken
Immerwährende Dankbarkeit
Lago, Sole, Mare, Pesce, Aqua
Der Hotel-Manager verkündet, der Pool liege in 3km Entfernung.
Schwimmen sei gesund und solle täglich geübt werden.
Man könne sofort den Vertrag für ein angenehmes Auto unterschreiben:
Maserati
Rot
Mit elektrischem Antrieb
Ansonsten wäre in zwei Wochen mit einem Transfer zu rechnen.
Vielleicht.
Rehabilitationen sind große Klasse
gute Unterstützung
wichtiger Baustein
allgemeine Versorgung
selbstbestimmtes Leben
ohne Alternative
Juppheidijuppheida
Dann kam die Gesundheitsreform
1. April 2007
„Patienten und Angehörigen ist zu raten, auf die Durchführung von ambulanten oder auch stationären Rehabilitationsmaßnahmen zu bestehen.“ (Together 1/2010)
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