Tagebuch

Hier findest Du die Meinung und Erlebnisse von Susanne Z.

Januar 2010

31.01.2010 07:00

 

Mütze

Handschuhe

Anorak

Stiefel

 

Heizung

Ofen

Kamin

Herd

 

Schneeketten

Winterreifen

Räumdienst

 

Pappendeckel

Schlafsack

Bald ist

26.01.2010 08:43

 

Haiti

Afghanistan

Jemen

 

Politiker

Krankenkassen

 

falsche Temperaturen

falsche Berufe

falsche Krankheiten

 

So viel Aspirin kann man gar nicht schlucken

 

deshalb:

Schokolade

Darjeeling

Kühlschrank abtauen

 

Die Vögel zwitschern

Bald ist Frühling

 

 

 

14 erfrorene Obdachlose in Deutschland

 

O Fortuna velut luna

24.01.2010 08:51

 

“In dieser Zeit ist es üblich, Allegorien zu verwenden, das heißt abstrakte Begriffe zu personifizieren, um das Leben besser verstehen zu können. Fortuna wird zumeist als Frau mit verbundenen Augen dargestellt, die ein Rad in Bewegung hält, das die Menschen zunächst ganz nach oben hebt, um sie dann unerbittlich fallen zu lassen.

...Frau Fortuna kann man sehen, das Schicksal hingegen bleibt unsichtbar.“ (Ingeborg Gleichauf: Denken aus Leidenschaft)

 

Hast du die Carmina Burana im Plattenschrank?

Leg mal den ersten Song ein:

O Fortuna velut luna statu variabilis

 

Und jetzt kommt schon wieder ein illegaler Link aus Spaß an der Freud:

1. www.

2. youtube.com/watch?v=PKg5RIgsB2Q&feature=related

Die Macht der Gedanken

06.01.2010 09:26

 Cristina Galfetti, Schweizer Patienten-Coach, stellt in Together 04/09 dar, wie die individuelle Wahrnehmung die Gefühle und die Einstellungen der Menschen beeinflusst - und warum das Glas bei einem halbvoll und bei einem anderen halbleer zu sein scheint

 

 

 

"Zunächst einmal versuchen wir das, was wir wahrnehmen einzuordnen in bisher Erlebtes, Erfahrenes. Es findet also eine Interpretation der Situation statt. Eine solche Interpretation ist wie eine Autobahn. Kaum sind wir aufgefahren, geht’s in rascher Geschwindigkeit in eine einzige Richtung weiter! Abzweigungen oder die Schönheit der vorbeirauschenden Landschaften nehmen wir meist nicht wahr.

So funktionieren auch unsere Gedanken und Interpretationen. Zudem sind sie noch mit Gefühlen verknüpft. Gefühle der Angst, Unsicherheit oder des Ausgeliefertseins. Unter dem Einfluss solcher Gefühle nehmen wir dann das berühmte Glas eher als halbleer als halbvoll wahr."

Juppheida – Basta

18.12.2009 21:31

„Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass (Ihre fabelhafte) Krankenkasse die Kosten der von Ihnen beantragten Rehabilitationsmaßnahme übernehmen wird.“

 

„ Unser Ziel ist es, unseren Versicherten ein innovatives und hoch qualifiziertes, ......“

 

Juppheida

 

„......aber auch wirtschaftliches, Rehabilitationsangebot zur Verfügung zu stellen.“

 

Basta

 

Jedoch, leider, leider, Ihre bevorzugte Klinik ist des Teufels. Dort dürfen Sie nicht hin. Sie gehört unserem Mitbewerber. Unsere Leibeigenen haben dort nichts verloren.

Es könnte ja immerhin passieren, dass unser Mitbewerber Sie uns abwerben will. Dann hätten wir all die Jahre für Interferon vergeblich bezahlt und andere kämen inskünftig für Ihre Krankheit auf. Wollen Sie das wirklich riskieren?

Soll das  Galama, das aufwändige Widerspruchsverfahren, das uns in Sachen Psychotherapie zusammen geschweißt hat, vergeblich gewesen sein?

Zum Golfschnupperkurs laden wir Sie nicht mehr ein. Dieses ist den selbständigen Mitgliedern vorbehalten. Für Sie haben wir andere Gaben vorgesehen. Warten Sie’s ab, bald ist es soweit.

 

Angezählt

10.12.2009 13:33

 

 

„Wann setzt sie sich in einen Rollstuhl?“

„Sie käme besser vorwärts.“

„Ich würde sie schieben.“

 

Allein die Patientin ist

 bockig

durchgeknallt

uneinsichtig

unvernünftig

 

Sie pflegt das Bewegungskonzept  von

Schnecken

Schildkröten

Seelöwen

 

 

Baby-Sitting

05.12.2009 20:01

Die Behinderte setzt sich nachts um zehn neben das Bett des Mädchens auf den Boden.

Das Mädchen schreit aus vollem Hals.

Weil es schreit kann es nicht erzählen, warum es schreit.

Die Behinderte würde das Mädchen in die Arme nehmen, wenn sie nicht behindert wäre.

Das Mädchen schreit aus vollem Hals.

Die Schwester wird wach: „Was ist da los? Ach so, alles in Ordnung,“ denkt sie vielleicht und schlüpft wieder unter die Decke.

Die Behinderte streicht dem Mädchen langsam mit der rechten Hand den Rücken hoch und runter. Sie reicht ihm den linken Zeigefinger nach dem es sofort greift.

„Schschschsch“

Das Mädchen schreit aus vollem Hals.

Die Behinderte singt leise. „Der Wind schleicht wie ein Räubersmann um unser kleines Haus...“

 

Das Mädchen schreit aus vollem Hals.

Die Behinderte singt leise. „Der Wind schleicht wie ein Räubersmann um unser kleines Haus...“ Zweiter Durchgang: Bei der zweiten Strophe hört das Mädchen auf zu schreien. Der linke Daumen steckt jetzt in seinem Mund.

 

Die Behinderte singt leise. „Der Wind schleicht wie ein Räubersmann um unser kleines Haus...“ Dritter Durchgang, drei Strophen, das Mädchen lauscht

 

Die Behinderte singt leise. „Der Kuckuck und der Esel“, drei Strophen.

 

Die Behinderte singt leise. „Sankt Maatin sahankt Maatin, sahankt Maatin ritt durch Schnee und Wind...“ Drei Strophen.

 

Die Behinderte singt leise. „Der Mond ist aufgegangen.“ Eine Strophe.

 

Die Eltern stehen im Zimmer.

Das Glück ist vollkommen.

 

Bald ist Weihnachten

28.11.2009 11:24

Billixblechle für Grundsicherungsempfänger

 

Es waren einmal eine Rentnerin und ein Rentner. Aus nicht näher zu erforschenden Gründen war ihre Rente klein. Deshalb beginnt dieses Märchen noch einmal:

Es waren einmal eine Grundsicherungsempfängerin und ein Grundsicherungsempfänger. Die hatten ein Auto.

Das Auto war alt. Verwandte wollten den beiden ihr eigenes Auto schenken und sich ein neues kaufen. Nun gab es zwei Möglichkeiten:

a) Sie informierten die Grundsicherungsgewährungsmitarbeiterin und wir blicken erwartungsfroh auf den Fortgang dieses Märchens

b) Sie wählten eine elegante, kreative Variante. Nixgenaueswissenwirnicht.

Christoph Schlingensief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!

24.11.2009 16:20

 

So viele kranke Menschen leben einsam und zurückgezogen, trauen sich nicht mehr vor die Tür und haben Angst, über ihre Ängste zu sprechen. Ich habe erlebt, wie wichtig es ist, den Geschockten und aus der Bahn geworfenen zurück ins Leben zu begleiten, ihn in seiner Autonomie als Erkrankter zu stärken, sich zu bemühen, seine Zweifel zu verstehen, ihm zu helfen, seine Ängste auszusprechen und diese – in welcher Form auch immer – zu modellieren. Die Erkrankung vor sich zu stellen, sie und sich selbst von außen zu betrachten – dieser ganzheitliche Blick ist wichtig und hilfreich.

 

Wenn Sie also erkranken und bemerken, dass Sie als Mensch kaum noch vorkommen und das Gefühl nicht loswerden, nur noch fremdbestimmt zu sein, dann beschweren Sie sich.

 

Und wenn Sie gesund sein sollten, aber einen Erkrankten in Ihrer Familie oder Ihrem Bekanntenkreis haben, dann kümmern Sie sich um ihn, auch wenn Sie Angst haben, dass es Ihnen zu schwer wird. Teilen Sie sich die Hilfe mit andern.

 

Tausend Gesichter – Eine Geschichte

22.11.2009 19:58

 

EmmesserInnen mit einem heftigen Schub als Ouvertüre sind mit einer flotten Diagnose auf sicherem Glatteis.

Die anderen hören jahrelang Geblöke:

SIE HABEN NIX

DAS BILDEN SIE SICH EIN

STELLEN SIE SICH NICHT SO AN

BEISSEN SIE GEFÄLLIGST DIE ZÄHNE ZUSAMMEN

Schön wär’s!

Allein die Gewissheit dominiert, dass es brennt und niemand löscht.

Die richtige Diagnose ist Erlösung.

 

Dann lauert eine Armada an Basistherapien, ein Heer von Schulmedizinern, Heilpraktikern, Scharlatanen, Ratgebern und Therapeuten.

Viele sind nett.

Manche haben recht.

 

Hinter der Ziellinie warten

ROLLSTUHL

KATHEDER

VORLAGEN

auf ihren segensreichen Einsatz.

Susanne Z.


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