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Hier findest Du die Meinung und Erlebnisse von Susanne Z.

Neue Horizonte

01.06.2009 08:51

Der Sommer im Schwarzwald

 

Oh  ein Tannenbaum!

 

Oh Tannenbaum!

 

 

Oh schon wieder ein Tannenbaum!

 

Oder ist es eine Fichte?

 

Milchstraße

24.05.2009 09:55

Milchstraße

Sonnensystem

Erde

Mitteleuropa

Deutschland

Göttingen

Es war einmal ein Harz IV – Empfänger

Monatsende

Geldbeutel

Straße

Blechbüchse

Auf einmal, schwuppdiwupp, wie aus dem Erdboden

Sachbearbeiter, Sozialamt

Ein Blick in die Blechbüchse

siebenfünfzig

So viel Geld!

Was der im Monat verdient?

Brief

Mehreinnahmen

„Hiermit kürzen wir die Sozialhilfe um 120 Euro.“

Der Sachbearbeiter hat nach den Harz IV-Regelungen geregelt.

 Allein der Oberbürgermeister hat die Welt wieder gerade gebogen.

 

Biene + Kleeblatt = Lichtung

22.05.2009 08:11

 

Emily Dickinson (1830-1886)

To make a prairie

To make a prairie it takes a clover and one bee,
One clover, and a bee,
And revery.
The revery alone will do,
If bees are few.


Für eine Lichtung braucht es Klee und eine Biene,
Ein Kleeblatt, eine Biene,
und einen Traum.
Man kann es auch beim Traum belassen,
falls eine Biene nicht zu fassen.

(Übersetzung Matthias Sträßner)

Wege zum Glück

13.05.2009 19:57

Wege zum Glück

 

Es waren einmal sieben Picassodrücker. Das waren liebe Tiere. Erna, die fröhliche Landpomeranze hatte sie geholt, nachdem ihr die sieben Rotfeuerfische in ihrem Aquarium langweilig geworden waren.

Jetzt waren Picassodrücker dran: Sie schwammen hin und her, es blubberte und blubberte. Erna beobachtete, hörte und wartete auf Zusammenstöße, die nie kamen.

 

„Das Verhalten der Einzelnen in der Gruppe folgt denkbar einfachen Regeln: Bleib nah bei deinem Nachbarn! Tue dasselbe, was dein Nachbar tut! Vermeide Zusammenstöße!“ (Andreas Weber: Alles fühlt)

 

Sieben Fische sind kein Schwarm.

Erna würde nie einen Schwarm sehen, denn sie tauchte nicht. Sie machte Urlaub im Schwarzwald. Wenn sie aus dem Urlaub zurück war, waren andere Fische dran.

Fähnchen-Falterfische gefielen ihr auch gut.

 

Ist Erna eine Tiermörderin? Nee! Das Aquarium ist ein Bildschirmschoner und blubbert nur, wenn die Anlage Aux/TV anzeigt.

 

 

Das Gehen

10.05.2009 11:12

"Manche Tiere gehen mit den Pfoten,

manche gehen gut mit Knödeln,

manche gehen uns sogar auf die Nerven."

Titanic April 2009

Romantik

23.04.2009 08:37

Rüdiger Safranski : Romantik – Eine deutsche Affäre

 

Auch im Erkennen, nicht nur im Handeln, ist der Mensch ein Wesen, das immer auch anders kann; nicht nur anders handeln sondern auch die Dinge anders sehen. Der Mensch lebt in Möglichkeiten. Wirklichkeit konstruiert sich in einem Horizont von Möglichkeit. Das ist Freiheit.

 

Es gibt Zwänge, bewusste und unbewusste, aber allzu häufig fühlen wir uns gezwungen, wo wir es nicht sind. Vielleicht, weil die Freiheit auch anstrengend ist und es leichter ist, sich als etwas Gestoßenes und Getriebenes zu empfinden, ohne Verantwortlichkeit, als Ding unter Dingen, als bloße Reaktion und nicht Aktion.

 

Zeus stürzt die Titanen in den Orkus, Prometheus bringt den Menschen das Feuer, Herakles befreit den an den Felsen geschmiedeten Prometheus. Die Büchse der Pandora öffnet sich. Übel und Elend kommen über das Menschengeschlecht aber auch die Hoffnung.

 

Im Krieg verbrennt der geistige und materielle Zivilisationskomfort, und übrig bleibt der gehärtete Kern der Person, die sich nichts mehr vormacht und der man nichts mehr vormachen kann.

 

Das Romantische ist phantastisch, erfindungsreich, metaphysisch, imaginär,  überschwänglich, abgründig. Es ist nicht konsenspflichtig, es braucht nicht gemeinschaftsdienlich, ja noch nicht einmal lebensdienlich zu sein. Es kann in den Tod verliebt sein. Das Romantische sucht die Intensität bis hin zu Leiden und Tragik.

 

Die Spannung zwischen dem Romantischen und dem Politischen gehört zu der noch umgreifenderen Spannung zwischen dem Vorstellbaren und Lebbaren. Der Versuch, diese Spannung in eine widerspruchslose Einheit überführen zu wollen kann zur Verarmung oder der Verwüstung des Lebens führen.

Das Leben verarmt, wenn man sich nichts mehr vorzustellen wagt über das hinaus, was man auch leben zu können glaubt.

Und das Leben wird verwüstet, wenn man um jeden Preis etwas leben will, bloß weil man es sich vorgestellt hat.

Das eine mal verarmt das Leben, weil das Vorstellbare aufgegeben wird um des lieben Friedens willen, das andere mal zerbricht es unter der Gewalt, mit der das Vorstellbare ohne Abstriche verwirklicht werden soll.

Beides mal hält man den Widerspruch zwischen dem Vorstellbaren und Lebbaren nicht aus, und will ein Leben aus einem Guss. Ein solches Leben ist aber wohl doch nur ein romantischer Traum.

 

 

Stinktierkunde

15.04.2009 15:51

„Egal, in welchem Beruf Sie arbeiten, in welcher privaten Situation Sie stecken – da sind immer Menschen, die Sie blockieren, aufhalten, Sie verletzen und runterziehen, Menschen, die für schlechte Stimmung sorgen, Jammerer, Bedenkenträger, bösartige und unangenehme Zeitgenossen. Es ist wichtig, dass man sein persönliches und berufliches Umfeld durchkämmt und diese Stinktiere identifiziert.“ (Schellnhuber)

Die Wirtschaft ankurbeln

04.04.2009 12:45

Es war einmal eine MS-Patientin:

 

Deren Gehstock rutschte auf glatten Flächen weg.

Was war da los?

Der Gehstock brauchte eine neue Sohle.

Andere Leute beschäftigen Schuhmacher oder kaufen neue Schuhe.

 

Die MS-Patientin fuhr in die Apotheke.

„Mein Stock braucht einen neuen Stöpsel.

Bitte machen Sie mir den gleich dran.“

 

Die Frau an der Theke nahm den Stock:

„Setzen Sie sich doch da drüben auf den Stuhl.“

 

Wie geht eine MS-Patientin ohne ihren geliebten Stock 2m ohne Regale zum Festhalten?

 

Ganz langsam.

Schritt für Schritt.

Nur nicht fallen.

 

Samstag 11 Uhr.

Eine Apotheke in Deutschland.

Sie hatte interessiertes Publikum.

 

 

Ganz langsam.

Schritt für Schritt.

Nur nicht fallen.

 

Jetzt war sie endlich am Stuhl.

 

Vorsichtig umdrehen.

Endlich hinsetzen.

 

Da ertönte es von der Theke:

„Ihr Stock ist schon fertig.“

 

Mist.

 

Ganz langsam.

Schritt für Schritt.

Nur nicht fallen.

 

2m zurück zur Theke.

„Das kostet 1,25 EUR.“

Bezahlen.

Wirtschaft ankurbeln.

Endlich hatte sie ihren Gehstock wieder.

 

So geht es besser.

Schritt für Schritt.

Nur nicht fallen.

 

Sie verließ diese seltsame Bühne.

Und wenn sie nicht gestorben ist, wird sie das gute Körperöl  in einer anderen Apotheke kaufen.

 

Alles fühlt

24.03.2009 18:37

Weil das verborgene Lebensgefühl an sensibel organisierter Materie hängt, die auch scheitern kann, vermag es in ihr sichtbar zu werden. Der Lebenswunsch ist auf Materie angewiesen.

 

Vielleicht besteht die wichtigste psychische Funktion der anderen Organismen sogar darin, dass sie uns Menschen mit unserem Schmerz, unserer Vereinzelung, unserer Vergänglichkeit versöhnen. Denn grundlegendes Kennzeichen der Natur ist, dass sie immer wieder auflebt, dass auch die größte Katastrophe sich nach kurzer Zeit wieder in Blüte verwandelt und damit in Hoffnung für uns selbst.

 

(Andreas Weber: Alles fühlt)

 

Die Milchstraße wird abgeschafft

15.03.2009 21:36

Die Milchstraße wird abgeschafft

Empfindliche Menschen sollten nicht ins Freie gehen

Die Zukunft verhält sich immer anders

Das Leben ist so kurz und man muss so viel Mist machen

Ohne mich kann ich nicht leben

Es ist schade um mich

Am Morgen erwachte Don Rodrigo als Don Rodrigo

Mit 22 schon Cellulitis, das ist doch kein Leben

Ich bin ein Teil von mir

Ein Leben ohne Möpse ist möglich – aber sinnlos

Wir waren Anfänger – wir konnten nur ein bisschen Kummer auf einmal verkraften.

 

Susanne Z.


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