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Die Mobilisierung meiner Abwehrkräfte

19.11.07 23:37 von Gabriele H.

Mein Bestreben war immer, dem Krebs nicht die Oberhand über mein Leben zu gewähren...
Was für die körpereigene Abwehr von großer Wichtigkeit ist, ist das Vertrauen zu den Ärzten die Sie in Ihrer Krankheit betreuen...
Es nützt und hilft nichts, wenn Sie "tausend" Ärzte konsultieren, nur weil Sie denken, der Nächste könnte vielleicht besser sein als der Vorhergehende...
Es läuft nur darauf hinaus, das jeder eine andere Krankheitsbehandlung hat oder vorschlägt, und Sie im Endeffekt von Pontius zu Pilatus rennen und damit wichtige Zeit und Energie verschwenden...
Der wichtigste Vertrauens- und Ansprechpartner war mein Frauenarzt, der auch alle Operationen durchführte...Ich wußte, er würde alles menschenmögliche tun, um auf dem operativen Weg das Fundament zu einer möglichen Heilung zu legen, und mir zu Weiterbehandlung mit der Chemotherapie einen Arzt seiner Überzeugung vorzuschlagen...
So betreuten meine Krankheit nur zwei Ärzte, mit dem Vorteil, daß die Kommunikation zwischen diesen beiden Ärzten reibungslos verlief, und ich mich nicht bei jeder Behandlung an ein neues Gesicht gewöhnen mußte...

Mein persönlicher "Feind" war damals nicht sosehr die Krankheit selbst, sondern die ZEIT, die mir noch zu verbleiben schien...
Meine Zeit schien wie eine übergroße Lawine ins Tal des Todes zu rollen, ohne daß ich es vermochte sie aufhalten zu können...
Am Anfang der Krankheit litt ich furchtbar unter diesem (Zeit)Druck...
Was soll ich tun?... Wie soll ich diese Zeit nutzen?... Was verstehe ich eigentlich unter -verplemperte Zeit-?...Zeit ist Zukunft...Wie bemesse ich meine Zukunft?...
Und da sich meine Krankheit über das Jahresende hinzog, war war meine ängstliche Zukunftsfrage: -Werde ich nächstes Jahr auch noch Neujahr feiern können?- unausweichlich...
Denn ich hatte schreckliche Angst Zukunftspläne zu schmieden, da am Anfang der Krankheit alles ziemlich aussichtslos erscheint...

Erfahrungsbericht - Teil 3

21.11.07 09:44 von Günter L.

Die Behindertenwerkstatt

Sechs Wochen waren vergangen. Man bot mir an in einer Behindertenwerkstatt halbtags zu arbeiten. Auch wieder das Beste, was mir passieren konnte. Was war ich nervös. Eine Viertelstunde vor Abfahrt hätte ich am liebsten vorm Krankenhaus gestanden. So musste ich auf einen Mitfahrer warten, der die Ruhe weg hatte. Meine Gedanken hatten sich geändert. Ich hörte zwar noch Stimmen, aber ich wusste wo sie weg kamen oder jedenfalls, wusste ich, dass die Stimmen meine Eigenen waren. Schwierig wurde es nur, wenn jemand in der Nähe oder sogar gegenüber stand. Dann war ich immer am Zweifeln, ob das jetzt meine Stimme oder die Stimme vom Anderen war. Aber jedenfalls konnte ich jetzt damit umgehen.
Ich bekam inzwischen Leponex. Zum heutigen Zeitpunkt ist dieses nicht mehr das aller modernste Mittel, aber damals ein Mittel mit durchschlagendem Erfolg. Zusätzlich bekam ich noch ein Beruhigungsmittel Oxazepam oder in der Richtung. Jetzt war ich aber in der Lage, mich selber zu sein. Ich bat immer mir nicht zu viele Medikamente zu geben. Das habe ich auch bis zum heutigen Tag mit Ausnahmen beibehalten. Ein Fehler, den 99 % der Kranken machen! Ich war nervös, das glaubt man nicht. In der Behindertenwerkstatt arbeitete ich im Glashaus. Dieses war als Therapie in meiner Situation völlig ungeeignet. In einen großen Raum standen Bänder mit fitten - kranken Mitarbeitern. Ein Krach, eine Unruhe im ganzen Raum. Und ich mitten drin. 1/4 Stunde hat es gedauert, dann konnte ich es nicht mehr aushalten. Ich ging zum Leiter und erklärte ihm die Situation und bat, ob ich nicht spazieren gehen könnte. Das ging so, 1/4 Stunde arbeiten, spazieren gehen, auf die Liege höchsten 15 Minuten, dann konnte ich das auch nicht mehr aushalten. Ich ging wieder spazieren, habe es wieder mit Arbeit versucht und ging wieder spazieren usw. und sofort. Dieser Zustand ging über zweieinhalb bis drei Jahre. Ich bin die ersten drei Jahre ca. 70 % meiner Arbeitszeit spazieren gegangen. Ein Normalbürger würde in meiner Lage den Arzt jetzt sagen, her mit den Tabletten. Das habe ich auch gemacht, Oxazepam, Insidon. Ich habe aber immer gemerkt, dass diese Medikamente nur von kurzer Dauer waren. Nach ca. 15 Minuten merkte ich, dass ich wieder etwas ruhiger wurde. Aber nach zwei Stunden bekam ich es immer wieder Knüppel dicke zurück. Dieser Zustand war genau so unerträglich, wie vorher. Ich merkte auch, dass ich immer mehr haben wollte. Ich wollte aber nicht, denn ich wollte von den Medikamenten runter und nicht immer noch mehr. Ein Fehler, den andere meiner Meinung nach machen. Dennoch versuchte ich es mit Insidon Retard Tabletten, um länger durchzuhalten. Jedenfalls machten diese Tabletten nicht abhängig. Da hatte ich Angst vor. Heute sage ich mir, dass ich habe den richtigen Weg gewählt! Laufen war für mich die beste Therapie.
Nach Wochen, hatte ich auf Deutsch gesagt die Schnauze voll. Ich nahm bis auf mein Leponex keine zusätzlichen Beruhigungstabletten. Stattdessen habe ich immer versucht zu arbeiten, bin spazieren gegangen und habe auf der Liege gelegen
In meinem Heimatort war Schützenfest. Ein Arzt meinte doch, dass ich unter Leute kommen müsse und ich deswegen mir einen Tag Urlaub nehmen soll, um zum Schützenfest zu gehen. Ein Tag, den ich nicht vergessen kann. Ich stand mit meiner Frau Anne im Zelt und niemand sprach mit mir. Alle meine Freunde haben sich nicht sehen lassen. Niemand hat mir auch nur Guten Tag gesagt. Ich war ein Idiot und niemand wollte mit mir etwas zu tun haben. Sie hatten Angst oder Kommunikationsprobleme. Man sah es ja aus 20 Metern Entfernung, was mit mir los war.
Meine 16 Wochen Krankenhaus waren um und ich musste das Haus verlassen. Durfte sogar trotz Medikamente 400 mg Leponex noch Auto fahren. Man sagte mir, normalerweise müsste man mir den Führerschein abnehmen und sollte deswegen vorsichtig fahren. Wo kein Kläger, da auch kein Richter. Nach dem Krankenhaus sollte ich weiter in der Behindertenwerkstatt arbeiten gehen. Meine Frau wollte nicht, dass ich zu Hause bleibe. Ich musste arbeiten, ja ich wollte auch arbeiten. Es ist mir so schwer gefallen, aber ich habe mitgemacht. Selten, wenn ich es gar nicht aushalten konnte, bin ich nachmittags nach Hause gefahren. Dann hatte ich den Ärger, denn ich bekam jedes Mal zu Hause Ärger, denn ich sollte doch auf meiner Arbeit bleiben. Das tat mir immer so weh. Ich konnte nicht mehr, das ganze war für mich wie eine Qual. Na gut, auch der Ärger meiner Frau war nur von kurzer Dauer. Dann gingen wir spazieren. Zu Hause konnte ich es auch nicht aushalten. Dann nach Wochen wurde ich in die Trainingsstufe übernommen. Von nun an brauchte ich nicht mehr selber fahren. Ich wurde mit einem Bus abgeholt. Jetzt hatte ich keine Möglichkeit mehr vorzeitig nach Hause zu fahren. Meine Frau war das sehr Recht. Trotzdem kam es vor, dass ich sie angerufen habe, hol mich bitte ab, ich halte das nicht mehr aus. Eines Morgens ging ich zum Bus. Zuerst regnete es nur wenig. Plötzlich fing es an wie aus Eimern zu schütten. Ich war pittsche nass und hatte auch keine Möglichkeit in dieser Zeit mich auch unterzustellen. Das ganze dauerte nur Minuten. So ging ich nach Haus mit den Gedanken, heute brauchst du nicht arbeiten. Wieder mal falsch gedacht, denn der Ärger kam zu Hause und ich fuhr mit dem PKW zur Arbeit.
Meine Betreuer waren spitze. Wie oft, sie hieß ?????? habe ich mich an ihrer Brust ausgeweint. Ich konnte es doch nicht mehr aushalten, aber ich musste es aushalten. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Ich wollte keine zusätzlichen Beruhigungsmittel. Wie gut dieses war, wusste ich erst später.
Ein Jahr nach meiner Einweisung im Krankenhaus war vergangen. Da sagte meine Frau, lass uns mal nach Detmold fahren, dort ist ein Arzt, mit dem sollst du mal reden. Es war kurz vor Weihnachten. Für mich war es keine Frage. Ich habe alles getan, was sie von mir wollte. Damals wusste ich noch nicht mal, dass es ein Homöopath war, ja, ich wusste noch nicht mal was Homöopathie war. Er war nett und ich hatte sofort Vertrauen zu ihm. Wir sprachen eine Stunde miteinander. Er konnte sich aber immer noch nicht entscheiden, ob er mich behandeln will. Er lud mich nach Weihnachten noch mal ein. Dieses Mal sprachen wir zwei Stunden miteinander. Ich hatte das Gefühl, jetzt habe ich ihn überzeugt, dass ich gesund werden will. Wenn er es auch nicht direkt gesagt hat. Diese Behandlung war an Bedingungen geknüpft, an bedingungslose Bedingungen. Aber diese Bedingung war auf Vertrauen aufgebaut.
Nach unserm zweiten Gespräch bekam ich zwei kleine Kügelchen, die sollte ich morgens nüchtern auf der Zunge zergehen lassen. Gleichzeitig empfahl er mir mit Absprache meines Psychiatrie-Arztes meine Medikamente zu reduzieren. Der war natürlich nicht dafür, aber ich Bestand darauf, dass ich die Medikamente reduziere. Ich habe meine Medikamente immer mit den Ärzten abgesprochen. Aber das Vertrauen hatte ich nur zu meinem Homöopathen. Wie mein Homöopath mir es sagte, nach einer Woche bis vierzehn Tage werde ich noch unruhiger. Mir blieb keine Wahl abbrechen oder durchhalten. Ich entschied mich fürs durchhalten. Das war die klassische Homöopathie. Ich wurde auch nach drei Wochen ein wenig ruhiger. Ich konnte es merken. Aber damit war meine Unruhe noch lange nicht weg. Die erste Zeit bekam ich alle drei Monate meine Auffrischung. Monate später habe ich dann meine Medikamente weiter reduziert. Einmal in der Woche hatten wir in der Trainingsstufe Unterricht. Ich bat jedes mal, dass ich doch bitte die Augen geschlossen halten kann. So müde war ich von den Psychopharmaka. Ich habe nicht geschlafen, dazu war ich viel zu unruhig. Diesen Unterricht konnte ich so ohne aufzustehen durchhalten.

Quelle: www.schizophrenie.de.vu

Mein Rythmus

08.12.07 10:41 von Andreas E.

Zum LUNGE-Geschäft habe ich es noch nicht geschafft. Es ist halt viel zu tun im Moment.

Aber die Knieprobleme sind vorbei, wenn ich den Rythmus so behalten. Zur Zeit laufe ich - wenn es zeitlich klappt - einmal die Woche 10 KM oder weniger. Das scheint genug zu sein. Dehnübungen schliessen sich nachher an. Mein Ziel mit der Lauferei ist es ohnehin, "fit" zu bleiben und keine Rekorde zu brechen. Daher wollte ich von Anfang an auch keinen Marathon als Ziel meines Trainings einplanen. Fit bleibt man auch bei diesem Laufpensum.
Und irgendwie ahne ich, dass auch die Schuhe an meiner Zwangspause Schuld sein können. Wenn ich dann neue Schuhe habe, im Sommer, dann wage ich vielleicht mal wieder mehr...

Mein Buch

21.11.07 09:55 von Günter L.

Ich habe eine Buch geschrieben

"Schizophrenie und die Altenpflege"

Beginn meiner Krankheit,
die Zeit vor meinem Krankenhausaufenthalt,
Krankenhausaufenthalt,
Beruf in der Altenpflege und wie es kam,
als ich aus die Pflege gegangen bin.


Zufinden auch unter

http://schizophrenie.de.vu
http://schizophrenie.de.pn

Die OP und Ihre Nachwehen

25.11.07 16:34 von Olaf S.

Als ich mich dan in dem Krankenhaus anmelden wollte wo ich mich operieren lassen wollte, waren in dem Krkhs., dass den Unfall aufgenommen hat alle Papiere weg. Schöne Sache aber das war in diesem Krkhs. mir schon mal passiert, deshalb wollte ich nicht mehr zwingend hin. Also in die andere Klinik und OP. Erst mal alles gut verlaufen, starke schmerzen und nur im sitzen schlafen, ok das geht vorbei, dachte ich aber irrtum denn bei der Nachkontrolle Fehler des Drahtverlaufes festgestellt also nach einer Woche wieder OP, der gleiche Ablauf wie vorher. Krankenhausentlassung mit Physiotherapie. Quälereien mit schmerzen, ich kann auf der linken Seite überhaupt nicht liegen, der Arm ist bis zu den Fingern teilweise Taub wenn nicht Taub dann schmerzen in der Schulter und im Armbereich. Ich hatte einen neuen Job aber das hatte sich auch erledigt. Nachuntersuchungen ergaben keine Befunde die darauf hindeuteten das es sich um eine Nervenverletzung handelt. Mein Orthopäde meinte die taube Hand komme vom Ulinarisnerv im linken Ellenbogen der könne sich dort nicht richtig bewegen und müßte freigelegt werden. Es war inzwischen März 2000, ich konnte mit dem linken Arm noch nicht mal mehr 1 Kilo Zucker tragen ohne das schmerzen aufgetreten sind
also ließ ich die OP zu unter der Hoffnung wenigstens die Hand und den Arm teilweise wieder belasten zu können. Es war ein totaler reinfall diese OP, die schmerzen waren immer noch da abgewechselt von der Taubkeit des ganzen Armes bis jetzt noch zusätzliche schmerzen direkt in der linken Hand, Es war die Hölle und ich so ziemlich am Ende. Es folgte eine Reha über den Rententräger, dort wurde ich dann nach 6 Wochen als Krank entlassen und meinen Schicksal wieder freigegeben ohne Beratung ohne Hilfe wie es weitwergehen soll. Diagnosen von sensibilierter Hautoberfläche und traumatischer Unfallfolgen aber nicht's was mich wirklich weiter geholfen hätte. Durch *Zufall* hörte ich von einer Schmerzambulanz in der Charite.
*Zu dem Zufall: Weder Arzt, noch Rententräger, noch Krankenkasse gaben jemals den Hinweis das es eine solche Möglichkeit gäbe.*
Also ich mir die Daten rausgesucht, angerufen Termin: November 2000.

Diagnosen

29.11.07 20:36 von Sabine L.

Episkleritis

Markt und Straßen stehn verlassen

30.11.07 13:36 von Sabine S.

Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen, sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil´ges Schauern! Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen, aus des Schnees Einsamkeit.
Steigts wie wunderbares Singen - O du gnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff

Erfahrungsbericht - Teil 8

21.11.07 09:54 von Günter L.

Im Krankenhaus

Stimmen hatte ich nicht gehört. Doch hatte ich eine starke Depression. Durch eine lang andauernde Depression kann eine erneute Schizophrenie wieder ausbrechen. Solian wurde in drei Wochen auf 400 mg gesetzt. Depressionsmittel die man mir geben wollte hatte ich abgelehnt. Durch die reine Versorgung im Krankenhaus wurde mein Problem noch schlimmer und ich beschloss nachmittags wieder in die Behindertenwerkstatt zu arbeiten. Das half auch ein wenig. Doch kam ich ohne professionelle Hilfe nicht aus meiner Depression heraus. Nach ca. 4 Wochen bekam ich Einzeltherapie bei einem Psychologen. Die ersten drei Gespräche verliefen katastrophal. Der Psychologe konnte mit mir nichts anfangen. Bis ich dann die Nachricht vom Arzt bekam, ich sollte aus die Pflege gehen und weiter in einer Behindertenwerkstatt arbeiten. Von nun an ging es langsam bei mir aufwärts. Nach sieben Wochen wurde ich entlassen und in der Tagesklinik aufgenommen. Dort erlebte ich eine wunderschöne Zeit in der Gruppe, die von zwei sehr netten Betreuern betreut wurde. Heike eine Betreuerin war sogar eine ehemalige Schulkollegin aus der Altenpflege. Sie hatte Jahre nach ihrem Examen die Pflege an den Haken gehängt, weil es ihr auch zu viel wurde.

Die Betreuung bestand aus Tanzen, Musizieren, Kegeln, Turnen, Ausflüge, Spazieren gehen und zweimal wöchentlich hatten wir so eine Art Unterricht von den beiden Ärzten, die uns begleitend betreuten.


Über

* den Umgang mit Medikamenten
* welche Medikamente es gibt und ihre Wirkung
* über die Nebenwirkungen der Medikamente und wie man sich verhalten sollte
* Verhaltensmaßnahmen im Beruf und Privatleben mit Rollenspiele
* was den Ärzten aber ganz wichtig war, wie es uns geht! Was wir am Wochenende gemacht haben und was wir am Wochenende geplant haben
* alle paar Wochen haben wir ein Thema aufs Blatt zeichnen müssen. Das waren psychologische Zeichnungen, die aber nur in der Gruppe ausgewertet wurden. Man konnte anhand dieser Zeichnungen sehen wie wir uns fühlen.

Wer das Bedürfnis hatte ein Gespräch mit den Ärzten zu führen, bekam dieses Angebot sofort. Außerordentlich hervorheben möchte ich meine beiden Betreuerinnen, die es keinen Morgen versäumt haben nach dem Empfinden der Betreuten zu fragen. So fühlte man sich rundum in der Gruppe gut aufgehoben. Die Arbeitstherapie die ich schon im KH nachmittags aufgenommen hatte, hatte ich in der Tagesgruppe fortgesetzt. Eine Woche, bevor ich die Zusage für die Aufnahme in der Behindertenwerkstatt für zwei Jahre im Berufsbildungsbereich meine Tätigkeit aufzunehmen hatte, habe ich mich nach ca. vier Monaten des ersten Tages im KH für diesen Bereich mit Zustimmung der Ärzte, selber als geheilt entlassen.

In der Behindertenwerkstatt geht es wie in einer kleinen Familie zu. Stress hatte ich jetzt nicht mehr. Der Leiter achtete sehr darauf, dass wir unsere Pausen einhielten und abwechslungsreiche Tätigkeiten bekamen. Zweimal in der Woche wird ein stündlicher Spaziergang angeboten. Freitags, wer möchte kann in der Gruppe Kochen. Vom ersten Tag an habe ich mich in der Behindertenwerkstatt, die eine andere war als vor meiner Altenpflege, wohl gefühlt. Jetzt machten mir sogar die einfachen nicht minder eintönigen Arbeiten einer Behindertenwerkstatt Spaß. Ich bin jetzt im Alter von 52 Jahren, 12 Jahre reifer geworden? In naher Zukunft werde ich wieder einen Rentenantrag stellen, um somit endlich mich selber vor der Stressgesellschaft zu schützen.

Jetzt wo ich nicht mehr den Stress der Pflege ausgesetzt bin, werde ich meine Medikamente natürlich mit der Hilfe der Homöopathie, über die Monate und Jahre versuchen wieder zu senken. Das tolle an der ganzen Sache ist, ich bin nicht mehr in der Pflege, ich habe jetzt auch frei, wenn andere frei haben.

Zugegeben, ich würde gerne noch in der Pflege arbeiten, doch nicht unter den Bedingungen, die heute von den Pflegekräften abverlangt werden.

Quelle: www.schizophrenie.de.vu

Diagnosen

16.12.07 15:15 von Gudrun G.

Multiple Sklerose

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29.12.07 23:10 von Iris H.

Multiple Sklerose
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