Rückblick Fortsetzung 1:

16.07.08 16:09 Uhr, geändert am 15.10.09 16:30 Uhr

Meine berufliche Laufbahn war in den richtigen und erfolgreichen Bahnen, weil mir der Beruf unwahrscheinlich viel Spaß machte. Bedingt durch meinen Lehrmeister, wechselten wir mehrmals die Tankstelle, er war nur Tankstellenpächter nicht Besitzer. So lernte ich Berlin kennen.

 

Mein Achtzehnter Geburtstag kam in sichtbare Weite, als ich meinen Führerschein in Theorie und Praxis machte. Zwei Fahrübungen sowie die Prüfungsfahrt und ich hatte bestanden. Kostenpunkt 78,00 DM. Als mein Geburtstag wirklich kam, wurde der Führerschein genau an diesem Tag ausgestellt. Eine hübsche Freundin hatte ich auch. Was haben wir getanzt und gefeiert. Es war eine schöne Zeit. Leider konnte meine Freundin singen und wollte zur Opernbühne. Dazu passte mein Schichtdienst nun gar nicht, also trennten sich unsere Wege.

 

Eine junge Frau aus dem Bekanntenkreis suchte einen Mann und ich lief ihr über den Weg. Heirat gegen den Willen meiner Eltern folgt, Heirat war damals (1960) nötig um eine Wohnung in Berlin zu bekommen. Es war eine Eineinhalb Zimmerwohnung, reichte aber bis Anfang 1964 als sich das zweite Kind ankündigte. Die Umsiedelung nach Mittelfranken (Bayern), war eine Folge mehrerer seltsamer Umstände. Im Herbst 1964 hatten wir das auch geschafft. Im November kam dann der zweite Sohn.

 

Schon seit dem ersten Sohn hatte es sich eingebürgert, dass ich die Küche versorgte und meine Frau das Kind und später die Kinder versorgte. Leider schaffte ich den Absprung nicht als die Kinder größer wurden. Das bedeutete, dass ich arbeiten ging, einkaufte und kochte. Na ja, selber schuld. Durch einen unfähigen Chef, ging ich in die Selbständigkeit. Damit begann ein Umbruch in meinem Leben. Meine Frau wurde immer unverschämter, so dass ich eines Tages auszog und bei einem Freund auf der Couch landete. Nach zwei Tagen lief mir eine Kundin über den Weg und ich zog bei ihr ein. Das war auch wieder so eine Sache. Da hatte eine höhere Macht die Hand im Spiel.

 

1974 schaffte es meine Frau mir den Tankstellenpachtvertrag kaputt zu machen, so stand ich beruflich auf der Straße. Inzwischen gab es fast nur noch SB-Tankstellen und dazu hatte ich keine Lust. Mein Beruf: „Tank- und Garagenwart“ war inzwischen - nach 22 Jahren - Umschulberuf geworden. Zur Umschulung kam es aber nicht, eine Versicherung holte mich von der Straße und ich wurde Versicherungsfachmann. Dann war die Scheidung durch. Meine Freundin, bei der ich wohnte, wollte nicht mehr heiraten - ich auch nicht. Da wir beide so gut zusammenpassten, haben wir dann 1975 doch geheiratet und wir haben keine Stunde bereut. Ihr sechzehnjähriger Sohn mochte mich sehr, so dass sich da keine Probleme ergaben. Ein paar Jahre später meldete sich mein Erstgeborener, seit dem haben wir einen guten Kontakt. Der zweite Sohn wohnt leider weit weg. So sind nur sechs der acht Enkelkinder in unserer Nähe.

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Herbert S.
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