17.07.08 10:20 Uhr, geändert am 15.10.09 16:31 Uhr
Meine Hobbys wurden langsam zum Gelderwerb. Im November bin ich geboren worden. Im Frühjahr drauf fuhr ich mit der Familie in einem Paddelboot rund um Berlin. Berlin hat so viel Wasser, dass man sehr gut Wassersport betreiben kann. Bis zu meinem Umzug nach Bayern hatten wir Paddelboote und waren auf dem Wasser unterwegs. Beim Erwerb meines Segelscheins für mein kleines Segelboot, entdeckte der Lehrer, dass ich mehr wusste über Wasser, Wind und Wellen. So bat er mich den Küstenschein auszubilden. Das tat ich erst über die VHS, dann über den ortsansässigen Segelverein. Für die Motorbootausbildung schaffte ich ein Motorboot an und schulte so 22 Jahre lang in Bayern den Küstensegelschein.
Ein Versicherungskollege, dem ich helfen konnte, brachte mir das Rute gehen bei. Also untersuchte ich Wohnungen und Grundstücke, um den Menschen das Wohnen angenehmer zu machen. Dann bildete ich selber Rutengänger aus. Ein Schüler schenkte mir aus Dankbarkeit ein Buch über Reiki – eine japanische Heilkunst. Das faszinierte mich dermaßen, dass ich einen Lehrer suchte und die Heilmethode erlernte. Die Reiki -Behandlung ist sehr angenehm und regt den Körper zur Selbstheilung an. Nur wenn die Energie abgeklungen ist, fällt der Körper in die alten Probleme zurück. Also verband ich Reiki mit Lebensberatung, so dass ich auch das Denken des Betroffenen auf die positive Schiene bringen konnte und setzte Reiki unterstützend ein.
Ich hatte gute Erfolge, weil die Hilfesuchenden austherapiert waren. Wenn ich so zurückschaue, hat mich das Leben immer an die richtige Stelle gestellt. Da ich großes Vertrauen in das Leben habe, war meine Abwehr gegen Neues auch immer sehr gering.
Dann hatte ich 50 Berufjahre um und ging erleichtert in Rente. Die ersten Monate rannte ich zu Ultimo (Monatsende) immer zur Bank um zu sehen ob die Rente wirklich überwiesen worden ist. Na ja, wenn man 50 Jahre für Geld arbeiten muss und plötzlich soll Geld ohne Gegenleistung eintrudeln, das muss man erst einmal überprüfen. Irgendwie war ich ausgebrannt und freute mich auf das Nichtstun. Dann griff das Erbe meiner Eltern, Diabetes Typ II.
Die ersten 8 Jahre ging es mit Tabletten, dann musste ich ab 2003 Insulin spritzen. Das stellte mich vor neue Herausforderungen. Ich besuchte eine Selbsthilfegruppe, um mich besser zu schulen. Statt der erhofften Schulung, wurde mir die Leitung der Gruppe angetragen, weil der Chef krank war. Dann wurde mir noch die Regionalleitung übertragen, so dass ich neben meiner eigenen Gruppe noch 11 weitere Selbsthilfegruppen betreuen darf. Das hat aber den Vorteil, dass ich viel rum komme, viel Vorträge von Ärzten höre und dadurch ein breites Wissen habe. Diabetes ist eine unangenehme Erkrankung, erstens ist sie chronisch, also nicht heilbar und dann ist sie auch noch schmerzfrei. Das mag für manchen ein Vorteil sein. Aber der fehlende Schmerz verlangt sehr viel Disziplin der Betroffenen. Das ist ja nun schon fast Arbeit. Die Hobbys sollen ja auch zu ihrem Recht kommen.
Einmal im Jahr lädt mich ein ehemaliger Segelschüler zu einem Segeltörn ein. Er, seine Frau und beide Töchter haben nach und nach den Segelschein bei mir erlernt. Der Törn macht immer sehr viel Freude, weil man so richtig in der Seefahrt schwelgen kann. Der Schießsport, den ich in den 60er und 70er Jahren stark betrieben habe, wurde durch dem Umzug zu meiner 2. Ehefrau und durch die Ortsverschiedenheit 1976 langsam eingestellt. Mein Sohn heiratete, es kamen Kinder, so dass auch bei ihm der Schießsport einschlief. Das hat sich 2002 geändert. Mein Sohn schießt wieder und ich coache ihn. Meine beiden Schultern sind operiert worden und das Gewehrschießen strengt mich zu sehr an. Ersatzweise habe ich den Aufsichtsschein gemacht, dass ich Schießveranstaltungen als Aufsicht leiten kann. Da zwei meiner Enkel auch schießen, habe ich noch den Vereinsübungsleiterschein gemacht, damit darf ich Jugendliche und Kinder schießtechnisch betreuen. So hat mich der Schießsport wieder und ich kann Gutes tun.
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TweetMit viel Elan und Erfahrungen aus dem Leben bereichern Sie uns mit klugen Denkanstößen.
Ich lese Ihre Texte sehr gerne - man muß sich nur Zeit nehmen und nach jedem Kapitel pausieren, um über das Gedachte nachdenken zu können.
Ich möchte mich für Ihre Mühe herzlich bedanken und Sie ermuntern, mich mit neuen Weisheiten und Anekdoten zu bedenken.
Mit freundlichen Grüßen
Maria F.
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Herbert S. |