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30.07.08 23:24 Uhr
Wie die Redaktion PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit - erfuhr, erhöhen drei neu entdeckte genetische Veränderungen das Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken erheblich. Das hat ein internationales Forscherkonsortium unter maßgeblicher Beteiligung der Universität Bonn, der LMU München sowie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim festgestellt. Die Wissenschaftler sprechen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nature" von einem "aufregenden Schritt vorwärts". Träger der neu entdeckten Mutationen haben ein bis zu 15fach erhöhtes Risiko, an Schizophrenie zu erkranken. Bislang sind keine weiteren Mutationen bekannt, die auch nur annähernd so stark zu dieser Krankheit beitragen.
Schon lange nimmt man an, dass Schizophrenie unter anderem genetisch bedingt ist. Allein durch Vererbung lassen sich die Krankheitsfälle aber nicht erklären: Da die Betroffenen oft keine Kinder bekommen, müsste das Leiden dann nämlich immer seltener werden. Das ist aber nicht der Fall: Weltweit, unabhängig vom Kulturkreis, liegt das Erkrankungsrisiko seit Jahrzehnten unverändert bei 1 Prozent.
Eine Erklärung sind spontane Veränderungen des Erbguts. Durch sie kann eine Schizophrenie möglicherweise quasi aus dem Nichts neu entstehen. Normalerweise sind derartige Mutationen aber sehr selten. Es gibt jedoch Erbgutregionen, die besonders anfällig für Mutationen sind. Nach solchen Regionen hat das Team aus weltweit fast 100 Wissenschaftlern gefahndet. Dabei stießen sie auf drei Spontanmutationen, die in einem Kollektiv von 5.000 Schizophrenie-Patienten auffällig oft auftauchten.
Bei allen drei Mutationen handelt es sich um so genannte Deletionen (deleteengl. = löschen): Bei den Betroffenen fehlen ganze Erbgutregionen mit mehreren Genen. Da der Mensch von jedem Gen üblicherweise zwei Kopien hat, kann er den Verlust einer Kopie oft kompensieren - in diesem Fall allerdings nur teilweise: Die Deletionen gehen mit einem 10- bis 15fach erhöhten Risiko einher, an einer Schizophrenie zu erkranken.
Quelle: Universität Bonn
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Andreas E. |