12.08.08 09:12 Uhr
Das Wort Fremder ist sehr zwiespältig. Wenn wir in unserer Heimat mit Fremden (Ausländern) konfrontiert werden, sind wir erst einmal sehr reserviert.
Kommen wir ins Ausland, sind wir die Fremden und möchten gerne, dass uns geholfen wird.
Aber bleiben wir mal in Deutschland. Ich bin seit dem 14. Lebensjahr im Verkauf tätig. Ich bin gelernter Tank- und Garagenwart und hatte täglich mit vielen Menschen zu tun und nicht immer nur mit Stammkundschaft. Da war es wichtig, offen und freundlich auf die fremden Menschen zuzugehen, sie anzusprechen und nach ihren Wünschen fragen.
Das war grundsätzlich sehr einfach, weil die Kunden zu mir auf die Tankstelle kamen und irgendetwas wollten.
Krimineller wurde es in meinem zweiten erlernten Beruf, dem Versicherungsfachmann. Jetzt musste ich zu fremden Menschen gehen und meine Produkte anbieten. Das kostete zu Anfang sehr viel Überwindung.
Aber da merkte ich, dass wenige Menschen auf andere zugehen, sich aber jeder Mensch freut, wenn er angesprochen wird. Aus diesen „Fremden“ , die ich angesprochen habe, sind viele Freundschaften entstanden, die heute teilweise noch bestehen. Ich habe nie Prügel bekommen und bin ganz selten schräg angesprochen worden.
Wir wohnen seit 1973 in einem Sechsparteienmietshaus. Manchmal wechselt ein Mieter, beim ersten Kontakt mir dem neuen Mieter begrüße ich ihn und sage, dass ich Herbert heiße und das sich im Haus alle duzen. Das wird immer sehr gut aufgenommen und wir haben eine bombige Hausgemeinschaft.
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Herbert S. |