Sir James Parkinson

13.09.08 23:18 Uhr

James Parkinson

(11.04.1755 - 21.12.1824)


James Parkinson wurde 1755 als Sohn des Apothekers und Chirurgen John Parkinson geboren. Über seine Jugend und Studienzeit ist wenig bekannt. Er soll schon früh Latein, Griechisch, Philosophie und Stenografie gelernt haben, weil er dies als wesentliche Grundlage einer Ausbildung zum Mediziner betrachtet haben soll. Auch über seinen Studienort weiß man bis heute nichts. Lediglich ein Eintrag in der Liste Londoner Chirurgen aus dem Jahre 1784 dient als Beleg einer universitären Ausbildung.
Parkinson assistierte zuerst seinem Vater in der allgemeinmedizinischen Praxis und soll diese dann übernommen haben. 1783 heiratete er Mary Dole. Sie hatten zusammen sechs Kinder.
Schon früh veröffentlichte er eine medizinische Schrift - allerdings zuerst anonym. So entstand 1780 wohl « Obervations on Dr. Smith's Philosophy of Physic, a critical appraisal of Smith's theories.» Dies blieb auch für lange Zeit seine einzigste Veröffentlichung auf diesem Gebiet.
1785 besuchte Parkinson eine Vorlesung von John Hunter über Prinzipien und Praktiken der Chirurgie. Seine Mitschriften darüber wurden letztlich erst von seinem Sohn J. W. K. Parkinson unter dem Titel «Hunterian Reminiscences» 1833 veröffentlicht.
Parkinson gilt als politisch radikal Oppositioneller zur damaligen Pitt-Regierung. Er sah sich als Anwalt der Unterprivilegierten und Anhänger der Französischen Revolution, die 1789 ganz Frankreich erfasst hatte. Seine medizinische Karriere litt durch sein politisches Engagement. So veröffentlichte Parkinson mehrere Flugblätter und Schriften unter dem Pseudonym «Old-Hubert», in denen er sich für Reformen und mehr Beteiligung der Bürger an der Regierung aussprach.

Im Zuge der Ermordung König Georgs III., bekannt als «popgun plot», wurde Parkinson 1794 von einem Gericht in Verbindung mit den Mördern gebracht. King Georg war mit einem vergifteten Pfeil aus einer sogenannten Popgun, einer Art Armbrust, bei einem Theaterbesuch ermordet worden. Während der Verhandlung musste Parkinson zugeben, mehrere Hetzschriften gegen die Regierung verfasst zu haben. Als Beweise legte die Anklage Briefe des Mörders John Smith vor, in denen Parkinson erwähnt wurde. Der Prozess ging wohl glimpflich für Parkinson aus, denn er konnte schon bald wieder als Arzt tätig werden.

Parkinson jedenfalls wendete sich wieder mehr der Medizin zu. Zwischen 1799 und 1807 verfasste er zahlreiche kleinere medizinische Schriften, darunter eine erst 1812 veröffentlichte Abhandlung über Blinddarm- und Bauchfellentzündung, die als früheste Schrift in England über diese Indikationen gilt.
1799 veröffentlichte er eine Arbeit mit dem Titel «Medical Admonitions». Mit ihr startete er eine Reihe von medizinischen Schriften zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung. Insbesondere die Behandlung von Geisteskranken, deren Behandlung und Unterbringung waren Thema dieser Essays.

Sein wohl berühmtestes Werk veröffentlichte Parkinson 1817: «Essay on the shaking palsy» fasst seine Beobachtungen hinsichtlich Personen mit sogenannter «Schüttellähmung» - heute Parkinson - zusammen. Die Krankheit ist zwar bereits in alten Schriften (1000 -1500 v. Chr.) zu finden. Doch Parkinson war der erste, der eine klinische Beschreibung dieser Krankheit verfasst hatte.
Die Ursache dieser Erkrankung konnte James Parkinson allerdings nicht benennen. Er vermutete aber, dass der Krankheit eine Störung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule zugrunde liege. Als Symptome schildert Parkinson « Unwillkürliche Zitterbewegung, bei verminderter Muskelkraft, in Körperteilen, die keine Tätigkeit ausführen selbst dann, wenn sie unterstützt werden; mit dem Drang, den Rumpf vorzubeugen und vom Gehen zum Laufschritt überzuwechseln; dabei sind Sinne und Verstand unversehrt. »

Als Behandlung schlug Parkinson vor, die betroffenen Patienten im oberen Halsbereich zur Ader zu lassen und dort Schröpfköpfe anzusetzen. Durch das Auflegen von Blasenpflastern sollte Eiter abgeleitet werden, der sich unter den Pflastern bildet. Dieser Eiter sollte evt. auch mit Hilfe eines Brenneisens abgeleitet werden. James Parkinson glaubte nicht, dass Medikamente vor der Klärung der eigentlichen Ursache sinnvoll seien. Dennoch schlug er das Einnehmen von Quecksilber vor, da es auch bei anderen «destruktiven Krankheiten» zum Einsatz komme.

James Parkinson starb am 21. Dezember 1824.

(Quelle: JRH/Virtuelle Apotheke)

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Doro H.
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