24.09.08 04:17 Uhr
Diagnose Parkinson
Wenn man seinen Feind kennt, kann man sich gegen ihn wehren...
Was haben Muhammad Ali und Ronald Reagan und die Schauspieler Ottfried Fischer und Michael J.Fox gemeinsam? Sie leiden oder litten unter der Parkinsonschen Krankheit.
Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie läßt sich in verschiedene Typen aufgliedern. Dazu kommt: Jeder Patient hat seinen "eigenen Parkinson" und muss daher auch individuell behandelt werden. Aber immer betrifft die Krankheit bestimmte Hirn-Areale, die für Bewegung und Koordination zuständig sind. Ein Zellensterben verursacht dabei einen Mangel an Dopamin (wie Adrenalin ein wichtiger Botenstoff) im Gehirn.
Die Hauptmerkmale von Parkinson: Die „Akinese“ ist eine Verlangsamung aller Bewegungsabläufe. Der Impuls, eine Bewegung auszuführen, kann erst nach längerer Anlaufzeit umgesetzt werden. Dabei ist die Geschwindigkeit des Bewegungsablaufs reduziert.
Unter „Rigor“ versteht man eine andauernde und unwillkürliche Muskelspannung, die zu einer Steifheit im ganzen Körper führen kann. Besonders die Beugemuskeln sind betroffen. Und so kommt es zu der typischen Haltung des Parkinson-Patienten mit vornüber gebeugtem Oberkörper und angewinkelten Armen. Bei passiver Bewegung der Gliedmaßen lässt sich gelegentlich in den Gelenken das sogenannte Zahnradphänomen auslösen - die Bewegung erfolgt also nicht gleichmäßig, sondern in kleinen Rucken.
Ganz typisch auch ist der „Tremor“, das Zittern an Händen und Füßen, das überwiegend in Ruhehaltung auftritt und bei emotionaler Belastung und Stress stark zunehmen kann.Häufig ist auch die Mimik reduziert, so dass das Gesicht maskenhaft wirkt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch den im Vergleich zum Gesunden deutlich selteneren Lidschlag. Die Sprache wird oft leise, gelegentlich auch heiser bis unverständlich. Die Modulation lässt allmählich nach, so dass die Stimme monoton wirkt.
Auch vegetative Vorgänge können beeinträchtigt sein: Plötzliche Schweißausbrüche, vermehrte Talgabsonderung, hartnäckige Verstopfung oder Probleme bei der Harnentleerung sind dann an der Tagesordnung. Oft ist der Blutdruck erniedrigt, was zu Schwindel und "Schwarzwerden vor den Augen" beim Aufrichten führen kann. Die Betroffenen klagen über vermehrten Speichelfluss und es kann vorkommen, dass Speichel aus dem Mund rinnt. Das kann auch abwechselnd mit unangenehmer Mundtrockenheit auftreten.
Viele Patienten leiden an einer depressiven Verstimmung, sind antriebsarm, neigen zu Angstgefühlen und innerer Unruhe. Musik und Tanz sind wirksame Gegenmittel. Viele Patienten offenbaren bei entsprechendem Angebot erstaunliche kreative Fähigkeiten. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann es zu Verwirrtheitszuständen und vorwiegend optischen Halluzinationen kommen, die oftmals Nebenwirkungen einer dann nicht mehr tolerierbaren Therapie sind..
Bei über der Hälfte der Parkinson-Patienten wird jedoch erst im 3. Jahr nach Auftreten der Symptome die richtige Diagnose "Parkinson-Syndrom" gestellt. Fünf bis sieben Jahre lang gehen unbemerkt Zellen im Gehirn zugrunde. Dann erst bilden sich die Hauptsymptome Akinese, Rigor und Tremor in unterschiedlicher Reihenfolge und nur langsam aus. Verwechslungen mit rheumatischen Erkrankungen, Depression und anderen Erkrankungen sind daher nicht selten.
Bei mir hat es sogar 4 Jahre gedauert bis ich endlich wußte wer und was für meine Krankheit verantwortlich ist.
Ist die gestellte Diagnose auch kein Grund zur Freude,
schlimmer als die Krankheit, ist und war die Ungewissheit
Für die Parkinsonsche Erkrankung gibt es keine Heilung. Aber sie ist bhandelbar. Die medikamentösen Möglichkeiten bei der Behandlung haben sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert; der Krankheitsverlauf kann gemildert werden. Die Therapie des Parkinson steht derzeit auf drei Säulen: Medikamente zur Eindämmung der Symptome, Bewegungstherapie, Zusatzbehandlungen wie Sprachtherapie. In bestimmten Fällen kann das Gehirn auch durch einen Hirnschrittmacher elektronisch tiefenstimuliert werden.
Nach der Diagnose der Schock
Da kommt die Frage auf: Hoffnungslos, endgültig, für immer? Welcher Parkinsonerkrankte hat sich diese Frage noch nicht gestellt?!
Mann steht zunächst alleine da und fällt in ein tiefes, schwarzes Loch. Warum gerade ich? Wo erfährt man Trost und Aufmunterung? Von Jetzt auf Gleich werden einfachste Abläufe unmöglich. Zuvor schon zigmal, ohne nachzudenken ausgeführte Handgriffe funktionieren nicht mehr. Der Körper will nicht mehr gehorchen. Einkaufen, Schuhe zubinden, Zähne putzen, Fleisch schneiden, jemanden zulächeln, viele Beispiele haben hier Platz.
Aber Jammern und Selbstmitleid helfen uns nicht weiter
Mein Tagebuch hier soll keine Anleitung für Mitleid oder Resignation sein!
Nein! Eher ein Aufruf zu Aufstand und Rebellion
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Doro H. |