Und wie weiter ?

30.10.08 02:19 Uhr, geändert am 30.10.08 22:58 Uhr

Der Infarkt setzte auf, auf eine Perimyocarditis 14 Jahre zuvor. Er zerstörte die halbe Vorderwand, Teile des Septums und die Herzspitze. Die Auswurffraktion ging erheblich zurück, es entstand eine Linksherzinsuffiziens mit beständig erhöhtem Druck in der linken HK.Meine Körperliche Leistungsfähigkeit ging verminderte sich um weitere wichtige Prozente. Die Ursache, die 80%ige RIVA Stenose, besteht noch immer. Sie ist erreparabel. Eine Dilatation würde sie zerreissen(nur derbes Bindegewebe), ein Bypass würde aus dem selben Grund nicht verwachsen. REHA in Wandtlitz, danach keine Verbesserung. 18 Monate AU, BU-Rente. Das Leben war plötzlich anders.Aber selbst nach der Verrentung noch immer keine Freigabe vom Arzt. Aus Gehen wurde schleichen,aus Hautfarbe ein beständiges Aschfahl. Permanente Schwindelanfälle begleiteten mich und Extrasystolie war an der Tagesordnung. Keine Belastung, keine Anstrengung, ein bisschen Gymnastik im Sitzen. Das ging Jahre so. Das uvermeidbare lies nicht allzu lange auf sich warten. Herbst 2002. Nach dem Weg von der Schule(ich habe immer meine jüngsten immer hin gebracht und wieder abgeholt) Schmerzen in den Beinen und Füßen, so als währe ich zuviel gegangen. Ich schenkte der Sache an diesem Tag so viel Bedeutung, dass ich das 5 min später wieder vergessen hat. Am nächsten Tag das Selbe, am kommenden auch, dann weiter. Es hörte nicht mehr auf... und wurde immer schlimmer. 6 Monate später hatte ich solche Schmerzen, dass ich nicht mehr schlafen konnte, nicht mehr denken. Ich habe nichts mehr in mich rein bekommen und konnte kaum noch gehen. Ich habe innerhalb kürzester Zeit 10 Kilo abgenommen. Alles andere wie früher schon einmal. Notärzte, Arzttermine, keine Ergebnisse. Schmerzen ? Arthrose ? Dies oder Jenes ? Abgenommen ? Ja, was tun ? Ach ! Sie müssen ständig auf die Toilette und haben viel Durst ? Wissen Sie, wir werden mal Ihren Zucker messen... Ooooohhhhhh.... 630 !!!! Sind Sie verrückt ?
Ich ? Warum ?
Wir machen einen Glukosetolleranztest, gleich morgen Früh.
Am Morgen dann die unmissverständliche Aussage dieses Tests:
Sie sind Diabetiker !
Die Schmerzen ! Da müssen wir jetzt gezielt etwas unternehmen. Differentialdiagnostik in der Neurologie(Nervenklinik,Psychiatrie,Klapper). 1 Woche lang. Ich wollte es nie auch nur einem erzählen. Ich in der Klappse, hab ich denn ne Macke ? Natürlich nicht. Aber es waren nur 2 Stationen, welche das wirkliche Elend von Neurologiepatienten trennte. Ansonsten purer Luxus, diese Klinik. Die intensivsten Untersuchungen, die je an mir durchgeführt wurden.Von einigen 100 ml Blut bis Rückenmarkpunktion hat man alles aus mir rausgeholt was es zu holen gab. Geschwindigkeitsmessungen auf der Nervenautobahn, Reiz-und Reaktionstests der Extraklasse. Seither weiss ich was ich nicht habe. HIV, Borreliose,Syphilis,Meningitis,ALS,MS e.t.c. Nun ja, ich hatte gar nichts ! Und genau dazu war ich dort, um alles auszuschließen, bis auf Eines. Und plötzlich hatte der Schmerz seinen Namen: Diabetische Polyneuropathie (DPNP). Das bedeutete, der Diabetes mellitus war nicht erst seit gestern da, denn die DPNP ist eine seiner Spätfolgen !! Erstaunt hat das nicht nur mich. Nun wurde speziell auf PNP getestet und gemessen und die Diagnose spezifiziert. Art und Lage und Schwere wurden bestimmt und das war schon bemerkenswert fortgeschritten. DPNP's sind meistens distal und symetrisch, also in den äußeren Körperregionen und den Endgliedern eben, den Füßen. Sie sind nahezu deckungsgleich, also in beiden Beinen, in beiden Füßen an fast den gleichen Stellen. Mehr zu den Symptomen und der Behandlung der PNP gibts in einem Kommentar zu einem Mitgliederberricht.
Inzwischen lebe ich seit fast 5 Jahren damit, mehr schlecht als recht, aber immerhin. Im vorigen Jahr überlebte ich knapp eine böse Lungenentzündung, doch ihr wisst es längst, ich zeig ihm immer den dicken Daumen, wenn er mit seiner Sense vorbeischlendert und so tut als wöllte er nichts weiter. Und im Ernst ? Wenn man seit seinem 23.Lebensjahr so viel am Hals hat, kann man sagen, das Leben war schon echt versaut. Ohne meine Familie ,ohne meine Kinder hätte ich nicht viel mehr, was mich überzeugen könnte unbedingt daran festzuklammern. Ich würde es nicht forcieren aber es währe mir doch merklich egal. Und sonst ? Gerade bin ich dabei dafür zu sorgen, dass ich nicht ständig die Geburtstage meiner 8 Enkel durcheinanderbringe. Und ich schreibe sehr viel, hier und auf meiner Homepage und dort und wo anders. Und wenn es Nacht um 3 ist und ich mal wieder nicht schlafen kann.

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Frank K.
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