28.09.07 10:16 Uhr
Warum graben sich manche Erlebnisse unauslöschlich
ins Gedächtnis ein, während andere spurlos an uns vorübergehen?
Die Redaktion von PatientenWieIch.de - Ratgeber Patient und Gesundheit
fand dazu einen interessanten Artikel in der aktuellen Ausgabe der
Frauenzeitschrift FÜR SIE (21/2007). Es sind es vor allem die Emotionen, die
darüber entscheiden, woran man sich erinnert, berichtet das Magazin.
"Im Langzeitspeicher unseres Gehirns landet nur das, was wir bedeutsam finden",
erklärt dazu Sozialpsychologe Prof. Harald Welzer, Leiter des Zentrums für
Gedächtnisforschung am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Ob
das Erlebte dabei mit positiven oder aber negativen Gefühlen
verknüpft ist, spielt keine Rolle - Hauptsache, es hat emotional
berührt.
Erinnerungen können frühestens zwischen drei und vier Jahren
abgespeichert werden. Voll entwickelt ist das Gedächtnis jedoch erst
mit etwa zwanzig Jahren. Besonders gut können Geschmacks- oder
Geruchserfahrungen aus Kinderzeiten erinnert werden, da die dafür
notwendigen Systeme im Gehirn schon früher fertig sind.
Relativ neu ist die Entdeckung, dass Erinnerungen keineswegs
unabänderlich sind. Forscher haben nachweisen können, dass Erlebtes
je nach aktueller Erzählsituation unterschiedlich geschildert und als
veränderte Szene wieder abgespeichert wird.
Angeregt wird die Erinnerung durch alte Fotos, frühere Besitztümer
oder Orte von damals. Die Vorlagen helfen dem Gedächtnis, Lücken zu
schließen. Dass sich dem Menschen seine Jugendzeit besonders einprägt
und bis ins hohe Alter am lebendigsten erinnert wird, ist
wissenschaftlich erklärbar. "Der erste Job, das erste Kind - als
junger Erwachsener machen wir besonders viele
Erstmaligkeitserfahrungen", erläutert Gedächtnisforscher Welzer.
Diese seien besonders erinnerungsintensiv, wohingegen die späteren
Jahre kaum noch Aha-Erlebnisse bescherten. Zudem wird neu Erlebtes
aufgrund des Abbaus an Nervenzellen im Alter schlechter erinnert.
Entgegenwirken kann man diesem Prozess mit Gehirnjogging, Sport - und
einem überraschungsreichen Alltag.
Quelle: Für Sie (21 / 2007)
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