19.11.07 23:33 Uhr, geändert am 19.11.07 23:35 Uhr
Es ist ganz normal, der Traurigkeit, der Angst und der Hilflosigkeit eine Berechtigung zu geben. Nur darf man sich nicht in sie fallen und von ihnen festhalten lassen.
Mut, Kraft, Ausdauer und Disziplin schöpft man nicht aus Hilflosigkeit und Ängstlichkeit, sondern aus Zielsetzung, Kampfgeist und einer Portion Heiterkeit.
Natürlich sitzt der Schock erst einmal tief, und man sieht auf den ersten Blick nur die schrecklichen Dinge auf sich zukommen: Chemotherapien, Operationen, Gewichtsverlust, Haarausfall, Blutabnahmen bis zum Abwinken.
Die kommenden Monate scheinen sich um nichts anderes, als nur um die Krankheit und das Wort Krebs zu drehen. Doch vieles dazu passiert parallel ; im Stillen, und zu oft unbemerkt, da der Krebs zusehr das ganze Denken und Fühlen beherrscht.
An 1. Stelle muß man sich Zeit nehmen, um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Allein das ist am Anfang schwer genug, da sich im Kopf ein Chaos abspielt. Doch beim 3. oder 4. bewußten Anlauf klappt es bestimmt.
Merkwürdigerweise waren meine ersten Gedankengänge:
"Wie war mein bisheriges Leben?",
"Kann ich sagen, ich habe es gelebt?",
"Und wie habe ich es gelebt?".
Diese Rückschau auf die gelebten Jahre, haben mich von der eigentlichen Angst Krebs abgelenkt und zurück zu mir selbst geführt.
Dabei stellte ich fest, mein gelebtes Leben war gar nicht mal so schlecht gelaufen, und es machte mich mehr stolz als traurig, es in diesem Zustand vielleicht verlassen zu müssen.
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Gabriele H. |