Es sind die positiven Dinge und Erlebnisse die hei

19.11.07 23:34 Uhr, geändert am 19.11.07 23:35 Uhr

Ich suchte mir einen Tag aus, den ich nur damit verbrachte Dinge zu ordnen, zu prüfen und um mein Testament zu machen.
Dieser Tag hatte zwar etwas melancholisches, aber wurde in der Hauptsache getragen von liebevollen Erinnerungen.
Erst machte ich Kassensturz. Anschließend suchte ich alle Papiere zusammen, die "nach dem Tag X" von Wichtigkeit sein könnten, und danach machte ich mein Testament.
Im nachhinein denke ich, gerade dieser melancholische und von Erinnerungen getragene Tag, legte im Unterbewußtsein den "Hebel" auf Überleben um.
Mit einer tiefen Zufriedenheit ging ich zu Bett und hatte einen sonderbaren Traum, der mir am nächsten Tag die Gewißheit gab, daß ich nicht an dieser Krankheit sterben würde.
Ich träumte ich wäre in einem Theater und könnte meine verstorbene Mutter in ihrer Künstlergardarobe antreffen.
Voll freudiger Erwartung stürmte ich durch diese Tür, und sah eine Frau vor einem Spiegel sitzen. Mich wunderte, daß ich ihr Gesicht nicht im Spiegel sehen konnte, störte mich aber nicht weiter daran, sondern ging auf sie zu und wollte ihr die Hand geben. Doch meine Mutter weigerte sich mir die Hand zu geben, stieß mich weg und schickte mich wieder hinaus. Weinend verließ ich ihre Künstergardarobe.
Immer noch traurig und depremiert von dieser Zurückweisung wachte ich auf.
Den ganzen Tag ließ mich diese Traurigkeit nicht los, bis ich versuchte diesen merkwürdigen Traum zu deuten.
Für mich stand fest: Mit dem Sterben würde ich auch zwangsläufig meine Mutter wiedersehen.
Da sie mich aber jedoch im Traum abgewiesen, ja, noch nicht einmal angesehen hat, konnte es nur bedeuten, daß ich an dieser Krankheit nicht sterben würde.
Und somit fing ich an die Krankheit gelassen zu nehmen, nicht in Panik zu verfallen wenn Rückschläge kamen, sondern die Behandlung mit dem mir eigenen Humor zu absovieren.

Nach vier Monaten, wurde aus einem inoperablen Krebs ein geheilter Krebs. Ich hatte zwar noch in den drei darauffolgenden Jahren Operationen wegen Nachwucherungen, wobei bei der letzten Operation die Wucherungen schon nicht mehr bösartig waren.
Zweieinhalb Jahre war ich erwerbsunfähig, und heute stehe ich seit acht Jahren wieder voll und ganz im aktuellen Berufsleben.

Es sind die positiven Dinge und Erlebnisse die heilen. Zum großen Teil auch, wie man an die Sache herangeht und aus welcher Perspektive man sich die Situation und das Erlebte anschaut.
Man kann alles im Leben negativ sehen wenn man will - man kann aber auch alles als etwas POSITIVES sehen. Man muß es nur sehen wollen.

Und ich kann abschließend aus tiefsten und dankbarsten Herzen sagen:

DER KREBS WAR DIE SCHÖNSTE ERFAHRUNG MEINES LEBENS.

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Autor

Gabriele H.
Mitglied seit: 05.11.07
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