Interview Jenny Elvers-Elbertzhagen

21.10.09 13:15 Uhr

Ob todkranker Brillenpinguin oder fehlernährtes Leopardenbaby - ab dem 29. Juli 2008 kümmert sich die "Tierärztin Dr. Mertens" wieder um die jungen und alten Patienten des Leipziger Zoos. Nach den hervorragenden Durchschnittswerten der zweiten Staffel von 5,48 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 19,6 Prozent beginnt im Oktober 2009 die Ausstrahlung der neuen Folgen mit Elisabeth Lanz als Dr. Susanne Mertens.

(c) Rosemarie Spies / pixelio.de


Mit dabei ist in der neuen Staffel auch Jenny Elvers-Elbertzhagen, die die Assistentin des Zoodirektors spielt. Obwohl sich das Portal PatietenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit - weniger die Tierpatienten anspricht, ist die Sendung trotzdem einen Hinweis und der Redaktion ein Interview mit Jenny Elvers-Elbertzhagen.


Programm-Tipp: Nächste Folge am Dienstag, 06. Oktober ab 20:15 Uhr in der ARD.

 

 

Frage: Sie sind ab Oktober in der ARD-Serie "Tierärztin Dr. Mertens" zu sehen. Was verbinden Sie mit der Serie „Tierärztin Dr. Mertens“?

Jenny Elvers-Ebertzhagen: „Tierärztin Dr. Mertens“ ist beste Unterhaltung für die ganze Familie. Die Serie hat eine unglaubliche Einschaltquote - manchmal schauen bis zu sechs Millionen Menschen zu. Das schafft kaum ein Kinofilm in Deutschland.

Frage: Wie kommt das?

Jenny Elvers Ebertzhagen:
Zu den Zutaten gehören gute Darsteller, gute Drehbücher und ein Stück heile Welt. Die Serie wird hochwertig produziert und nicht mal eben schnell runtergerissen. Das hat mich überzeugt.

Frage: Sie spielen die Rolle der intriganten Assistentin…

Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Das Rollenangebot fand ich sehr spannend. Ich bringe jetzt eine andere Farbe in die Serie. Ich bin fies, ein richtiges Biest. Das hat Spaß gemacht. Da konnte ich mal alles ausleben, was ich privat nicht ausleben kann (lacht).


Frage: Welche Rollen suchen Sie?


Jenny Elvers-Ebertzhagen: Ich suche meine Rollen nach den Drehbüchern aus. Was stelle ich dar? Wie soll ich sein? Grundsätzlich liebe ich die Abwechslung, ich möchte nicht auf einen bestimmten Typ festgelegt sein. Es macht ja gerade den besonderen Reiz meines Berufes aus in unterschiedlichste Charaktere schlüpfen zu dürfen.

Frage: Welche Traumrolle wünschen Sie sich für die Zukunft?

Jenny Elvers-Ebertzhagen: Es sind natürlich die Extremcharaktere, die viel hergeben und die in Erinnerung bleiben. Da kann ich viel zeigen und spielen. Je mehr der Charakter von mir selbst entfernt ist, desto spannender ist es auch, sich ganz in die Figur hineinzuversetzen. Kritiker loben auch überwiegend Extremrollen. Dabei ist es eigentlich viel schwieriger eine normale, ausgeglichene Rolle zu spielen.

Frage: Schon 1989 begannen Sie eine Ausbildung an der Schauspielschule. Was bedeutet Ihnen dieser Beruf?

Jenny Elvers-Ebertzhagen: Das ich heute als Schauspielerin arbeite, ist die Erfüllung eines Traums. Der Beruf macht mir wahnsinnig viel Spaß. Es ist aber oft sehr, sehr anstrengend. Speziell das Theaterspielen fordert mich.

Frage: Ihr Lebenslauf zeigt einen konsequenten Weg zur Schauspielerei.


Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Na ja, am Anfang war er nicht konsequent, das würde ich im Nachhinein anders machen. Vor acht Jahren habe ich einen großen Schnitt gemacht. Seitdem weiß ich, was ich will.

Frage: Wie begegnen Sie der Gefahr, in eine Schubladen gepackt zu werden?


Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Ich war schon in allen Schubladen und springe hin und her. Das ist mein Weg. Wenn man als 20jährige Blondine anfängt, dann muss man die Blondinchen-Nummer machen. Das habe ich akzeptiert und habe mir dann andere Sachen erarbeitet.

Frage: Ein weiterer Wendepunkt in Ihrer Karriere war Ihr Engagement für den Film „Knallhart“ in 2006 als auch ein Theater- und Filmprojekt mit Christoph Schlingensief. Sie erhielten gute Kritiken und diese Produktionen öffneten Ihnen als Schauspielerin eine Tür zu anspruchsvollen Rollen.


Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Da ist ein Knoten geplatzt. Ich musste mich lange Zeit mehr beweisen als andere Bewerber. Aber ich bin eine Kämpferin. Wenn ich etwas wirklich möchte und dahinter stehe, dann bin ich konsequent. In meinem Fall ist es aufgegangen. Ich habe da einen guten Rückhalt, mein Mann hilft mir viel.

Frage: Wie hilft Ihr Mann?


Jenny Elvers-Ebertzhagen: Er kann natürlich nicht für mich auf der Bühne stehen oder für mich sein Gesicht in die Kamera halten. Er unterstützt mich, indem er sagt, du kannst das. Das hat er sehr früh gemacht. Er hat an mich geglaubt. Ich habe mir selbst am Anfang nicht zugetraut, Theater zu spielen. Ich dachte, das halte ich nervlich nicht durch. Mein Mann hat mich bestärkt.

Frage: Ihre Karriere schien zu stagnieren. Jetzt erleben wir Jenny Elvers-Ebertzhagen auf allen Kanälen. Wie kommt das plötzlich?


Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Ich bin fleißig! Seit Monaten bin ich für verschiedene Drehs unterwegs. Ich bin stark beschäftigt. Der Zuschauer nimmt plötzlich viel von mir wahr, da die Ausstrahlungen nah beieinander liegen.


Frage: Sie präsentieren auch eine eigene Schmuckkollektion.


Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Ich habe mir neben der Schauspielerei ein zweites Standbein gesucht, weil ich nicht darauf angewiesen sein möchte, irgendwelche Rollen zu spielen, die mir eigentlich nicht gefallen. Ich möchte Projekte ablehnen und trotzdem meine Miete zahlen können. Nun muss ich zwar gar keine Miete zahlen, aber mir ist es wichtig, eigenes Geld zu verdienen. Und das Designen meiner eigenen Schmucklinie macht mir großen Spass.


Frage: Was bedeutet Ihnen Prominenz?

Jenny Elvers-Ebertzhagen: Prominenz bedeutet, einen guten Tisch im Restaurant zu bekommen, tolle Kleider von Designern umsonst erhalten. Prominenz bedeutet auch, dass man schöne Begegnungen mit aussergewöhnlichen Menschen erlebt, die man sonst vielleicht gar nicht treffen würde. Und damit meine ich nicht unbedingt George Clooney, der vielleicht auf dem gleichen Hotelflur auf und ab geht. Ich meine Menschen, die mir schreiben, die mir ihre Schicksale und Leben offenbaren.

Frage: Es gibt Zuschauer, die Ihnen Ihre persönlichen Schicksale anvertrauen?

Jenny Elvers-Ebertzhagen: Das sind oftmals wirklich sehr private und intime Sachen. Ich versuche alles selbst zu lesen und möglichst zu beantworten.


Frage: Seit der Geburt Ihres Sohnes schützen Sie ihr Privatleben stärker.

Jenny Elvers-Ebertzhagen: Ja, ich habe gelernt, mein Privatleben zu schützen. Ich habe es durch Erfahrungen wirklich gelernt. Die Geschichten über mich haben mich irgendwann nicht mehr berührt, weil die Meldungen nichts mehr mit mir zu tun hatten. Die öffentliche Person Jenny Elvers hatte sich so weit von mir entfernt, dass ich damit gar nichts mehr anfangen konnte. Da musste ich einen Cut machen. Es war mir von Anfang an klar, dass mein Sohn komplett aus der Öffentlichkeit rausgehalten wird.

Frage: Wie schützen Sie Ihr Privatleben?

Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Ganz einfach: Indem Privates – wie der Name schon sagt – auch privat bleibt. Man bestimmt schließlich selbst, was und wie viel man von seinem Leben der Öffentlichkeit preisgibt. Mein Sohn z.B. erscheint nicht auf Fotos. Keine Fotos, keine Story. Deshalb sind die Leute oft verwundert, wenn sie hören, dass ich einen achtjährigen Sohn habe. Sie denken oft noch, ich habe ein Baby zu Hause.

Frage: Das Lüften von Privatshäre kann auch die Karriere unterstützen…

Jenny Elvers-Ebertzhagen:
Das mag ja sein, aber für mich ist es nicht der richtige Weg. Ich möchte mein Kind auch nicht in die Kamera halten, weil ich gerade mal nicht so viel zu tun habe, wie es wohl viele machen. Dieser Eindruck drängt sich mir jedenfalls oft auf, wenn z.B. darüber erzählt wird, ob ein zweites Kind geplant ist oder nicht. Dafür gebe ich mein Kind nicht her.

Frage: Wie geht Ihr Sohn mit Ihrer Prominenz um?

Jenny Elvers-Ebertzhagen: Er kennt die möglichen Konsequenzen nicht. Mein Sohn hat mich mal danach gefragt, was denn schlimm daran ist, wenn er fotografiert wird. Nichts ist daran schlimm! Aber nur, wenn er es möchte. Es muss ihm klar sein, dass es Neid in der Schule von Klassenkameraden geben kann, wenn er in der Zeitung erscheint.


Link: http://www.daserste.de/tieraerztin/

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Andreas E.
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