05.12.09 20:01 Uhr, geändert am 07.12.09 11:56 Uhr
Die Behinderte setzt sich nachts um zehn neben das Bett des Mädchens auf den Boden.
Das Mädchen schreit aus vollem Hals.
Weil es schreit kann es nicht erzählen, warum es schreit.
Die Behinderte würde das Mädchen in die Arme nehmen, wenn sie nicht behindert wäre.
Das Mädchen schreit aus vollem Hals.
Die Schwester wird wach: „Was ist da los? Ach so, alles in Ordnung,“ denkt sie vielleicht und schlüpft wieder unter die Decke.
Die Behinderte streicht dem Mädchen langsam mit der rechten Hand den Rücken hoch und runter. Sie reicht ihm den linken Zeigefinger nach dem es sofort greift.
„Schschschsch“
Das Mädchen schreit aus vollem Hals.
Die Behinderte singt leise. „Der Wind schleicht wie ein Räubersmann um unser kleines Haus...“
Das Mädchen schreit aus vollem Hals.
Die Behinderte singt leise. „Der Wind schleicht wie ein Räubersmann um unser kleines Haus...“ Zweiter Durchgang: Bei der zweiten Strophe hört das Mädchen auf zu schreien. Der linke Daumen steckt jetzt in seinem Mund.
Die Behinderte singt leise. „Der Wind schleicht wie ein Räubersmann um unser kleines Haus...“ Dritter Durchgang, drei Strophen, das Mädchen lauscht
Die Behinderte singt leise. „Der Kuckuck und der Esel“, drei Strophen.
Die Behinderte singt leise. „Sankt Maatin sahankt Maatin, sahankt Maatin ritt durch Schnee und Wind...“ Drei Strophen.
Die Behinderte singt leise. „Der Mond ist aufgegangen.“ Eine Strophe.
Die Eltern stehen im Zimmer.
Das Glück ist vollkommen.
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Susanne Z. |