11.01.10 13:45 Uhr

Warum ist es so schwer, Vorsätze einzuhalten? Wie kommt man dem inneren Schweinehund bei? Wie lassen sich Verhaltensmuster dauerhaft ändern?
All die Neujahrs-Vorhaben wie die Ernährung umstellen, Gewicht normalisieren, regelmäßige Bewegung… gelingen uns anfangs ganz willenstark durchzuhalten. Aber nach einiger Zeit finden wir jede Menge Gründe gegen unsere Vorhaben und wir finden unsere Ziele gar nicht mehr so wichtig.
Schnell fallen wir zurück in die alten Gewohnheiten. Disziplin und Vorsätze allein helfen meist noch nicht aus. Das was wir gemeinhin für unseren Willen halten, ist nämlich ein sehr komplexes Produkt aus Absichten, Plänen und Ausführungsproblemen, schreibt Heiko Ernst in „Psychologie Heute“, Heft 1, 2010. Aufgaben, die keinen Spaß machen, werden besonders gerne verschoben. Da unsere Emotionen das Verhalten mit steuern, sollten wir dies beachten und bei Bedarf Strategien zur Steuerung nutzen. Wesentliche Ursache für chronisches Aufschieben ist immer wieder die mangelnde Selbstregulation.
Eigene Verhaltensmuster erschweren die Umsetzung. So müssen wir eine Veränderungsmotivation aufbauen und uns mit dem „inneren Schweinehund“ arrangieren: Neben der Analyse in Entscheidungssituationen und dem Erkennen eigener Verhaltensmuster / Abwehrstrategien spielen auch Prioritätensetzung und Ressourcennutzung sowie Belohnungssysteme eine Rolle.
Nach dem Psychoanalytiker H.W. Rückert machen wir immer dann etwas, wenn es mindestens zu 70 % mit guten Gefühlen verbunden ist.
Eine emotionale Freischaltung ist notwendig!
Mit Denkfragen lässt sich herausfinden, was man benötigt, damit es einem gut oder besser geht.
Gute Vorsätze werden in einem langfristigen Veränderungsprozess über bestimmte Phasen umgesetzt. Im Laufe der Vorbereitungsphase ist eine grundlegende und möglichst konkrete Vorbereitung sehr wichtig, sonst bleibt verändertes Verhalten instabil.
Ein sinnvoller Handlungsplan unter fachlicher (Prozess-) Begleitung bietet beste Hilfe. Viele kleine Lernschritte sorgen in ihrer Summe dafür, dass sich neue Gewohnheiten bilden.
Es ist wichtig, das langfristige Durchhalten zu planen, denn die anfängliche Motivation und Zuversicht für einen neuen Vorsatz hält oft nicht lange. Zur Handlungssteuerung gehören die willensgesteuerten Kontrollstrategien und Vorsatzbildungen.
Dauerhafte Veränderung erfordert Energie, Anstrengung und Aufmerksamkeit, gerade auch, um die größten Gefahren des neuen Lebensstils wie sozialer Druck, Überschätzung der eigenen Willenskraft und Stresssituationen zu beherrschen.
Und noch einmal: Wegen der zahlreichen Stolpersteine in der Umsetzungsphase ist die vorherige unmissverständliche Zielformulierung mit den zielführenden Entscheidungsgründen ein Muss.
Risiken des Scheiterns erkennen und abstellen.
Es soll sichergestellt werden, dass der Vorsatz dauerhaft durchgehalten werden kann. Was könnte mich von meinem Vorsatz abhalten? Was kann ich im Vorfeld tun, um die Risiken auszuschließen?
Wo gibt es mögliche Stolpersteine und wie kann ich sie aus dem Weg räumen?
Ein Durchhalteplan ist der wichtigste Schritt, denn hier scheitern die meisten Menschen. Wer den Lebensstil nachhaltig ändern möchte, braucht Konzentration, Bewusstheit und Ausdauer.
Text: (c) Gertraud Haberecht für PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit. Die Autorin führt eine Praxis für Ernährungsberatung, Diät-Esstherapie.
Haben Sie Fragen oder möchten Sie weitere Informationen von der Autorin des Textes? Unter http://www.ess-therapie.de können Sie mit der Autorin in Kontakt treten.
Bild: (c) Rainer Sturm / pixelio.de
Seite empfehlen:
TweetDie Einzelaspekte und Fragen des Themas werden hier chronologisch gezeigt. Beteilige dich und schreibe eine Antwort!
|
Andreas E. |