04.02.10 22:19 Uhr

Fasten darf niemand verharmlosen, denn es schädigt über den Abbau der Muskulatur und die Verarmung an lebenswichtigen Substanzen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen des gesamten Organismus des Menschen, informiert Diätexperte Sven-David Müller bei der Vorstellung seines Buches „Gesundheitsrisiko Heilfasten“. Am 17. Februar beginnt die diesjährige Fastenzeit und damit auch die Hochzeit des Heil- und Saftfastens, die im Gegensatz zum religiösen Fasten mit Vorsicht zu genießen ist, warnt Buchautor Sven-David Müller, der für seine Aufklärungsleistungen im Ernährungsbereich mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Es ist nicht gesundheitsförderlich, dem Organismus lebenswichtige Nahrungsinhaltsstoffe vorzuenthalten. Hungern, Fasten, Nulldiät oder Heilfasten schädigen den Organismus. Das ist insbesondere auf den Proteinmangel zurückzuführen, den der menschliche Körper durch den Abbau von Muskelprotein auszugleichen versucht. Dabei greift er auch den Herzmuskel an und das kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Im letzten Jahr hatte ich Kontakt zu Menschen, deren Angehörige im Rahmen einer Fastenkur verstorben sind, informiert Müller.
Fasten führt zum Jojo-Effekt
Das proteinarme bis proteinfreie Fasten führt zum Abbau von Muskeln und das senkt den Ruhe-Nüchtern-Energieumsatz. Umgangssprachlich ausgedrückt heißt das, dass Fasten zum Jojo-Effekt führt und damit dick macht. Fasten ist nicht geeignet, dem Übergewichtsproblem zu begegnen. Dafür brauchen Übergewichtige ein langfristig ausgerichtetes interdisziplinäres Programm und keine Kurzzeit-Crashkur wie das Fasten. Heilfasten, Fasten und Saftfasten gehören als Ernährungsformen in die Gruppe der Außenseiterdiäten, die alle medizinischen Fachgesellschaften wie die Deutsche Adipositas Gesellschaft oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als unwissenschaftlich und teilweise gesundheitsschädlich ablehnen. Für viele Ernährungsmediziner, Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler ist Fasten reine Hokuspokusmedizin.
Risiken des Fastens
Mediziner, Verbände und Kliniken, die Geld mit Fasten verdienen, verteidigen das Fasten als sinnvolle Maßnahme. Vor dem Hintergrund der menschlichen Physiologie ist das unverständlich, denn ohne Nahrung kann der Mensch nicht überleben und nicht gesund bleiben. Die medizinische Fachliteratur beschreibt die Risiken einer Fastenkur drastisch: Gichtanfälle, Übersäuerung (Ketoacidose), Nierenkoliken, Kreislaufschwäche, Blutdruckabfall, psychische Krisen, Konzentrationsstörungen, Kälteempfinden, Kopfschmerzen, unangenehmer Körper- und Mundgeruch, Haarausfall und viele weitere teils gefährliche Beschwerden und Krankheiten. Fasten stellt für den Organismus eine Gefahr dar und den beantwortet er mit Stress und Stresshormonen. Fasten ist verboten für Menschen, die unter Auszehrung oder Unterernährung leiden, die herz-, leber- oder nierenkrank sind oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Hyperurikämie haben. Auch Rekonvaleszente, Senioren, Krebspatienten und psychisch Kranke wie Essgestörte dürfen nicht fasten.
Mythos Schlacken und Entschlackung
Viele Menschen möchten fasten, um zu „entschlacken“ und oft sprechen „Fasten -Experten“ von einer Entschlackungs-Kur. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es jedoch keine Schlacken im menschlichen Körper. Die aus Nahrungsbestandteilen entstehenden Abbauprodukte werden über Niere, Leber und Haut ausgeschieden und sammeln sich nirgendwo im Körper in Form von toxischen Endprodukten an. Wenn es keine Schlacken im Menschen gibt, ist demzufolge eine Entschlackung ausgeschlossen, so Müller.
Quelle: http://www.newsmax.de/krank-durch-heilfasten-news34698.html
Bild: (c) Sven David Müller
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Andreas E. |