ABC-Schützen sind gegen Infektionskrankheit gut gewappnet

01.03.10 21:21 Uhr

(c) DAK/WiggerMasern sind hoch ansteckend. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte die Krankheit eigentlich bis 2010 in ganz Europa ausgerottet sein. Doch bundesweit waren im vergangenen Jahr immer noch 880 Menschen an Masern erkrankt, davon 69 in Niedersachsen. Eliminieren kann man die Krankheit aber nur, wenn 95 Prozent der Bevölkerung immunisiert sind. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden nach aktuellen Erhebungen bundesweit nur 94 Prozent der Kleinkinder einmal und 88 Prozent ein zweites Mal geimpft. Dagegen ist in Niedersachsen das Ziel der WHO fast erreicht. Über 96 Prozent der Schulanfänger wurden 2008 mindestens einmal gegen Masern geimpft. Das bestätigt der neue Impfreport des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen. „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir unser überdurchschnittliches Ergebnis gehalten“, kommentiert Dr. Johannes Dreesman vom Landesgesundheitsamt die aktuellen Zahlen gegenüber PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit. „Sogar bei den Zweitimpfungen haben wir uns auf über 90 Prozent verbessert. Wir sind auf dem besten Wege, die Masern in unserem Lande zu eliminieren.“

Auf dem amerikanischen Kontinent ist das Virus längst ausgerottet. Jedoch kommt es in Niedersachsen und den übrigen Bundesländern immer wieder zu neuen Masernerkrankungen. Während 2008 aus Niedersachsen nur elf Masernfälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet wurden waren es 2009 wieder 69 Fälle. Zu diesem Anstieg hatte zu Beginn des Jahres ein Masernausbruch mit über 200 Fällen im nahen Hamburg geführt. „Dank der guten Durchimpfung konnte sich das Virus nur geringfügig im Norden Niedersachsens ausbreiten“, erklärt Dr. Johannes Dreesman den Anstieg. Bundesweit sind im Jahr 2008 über 550 und 2009 rund 880 Masernfälle registriert worden.

Vorwiegend handelt es sich dabei nicht mehr um Kinder im Vor- oder Grundschulalter, sondern verstärkt um ältere Jugendliche und junge Erwachsene. „Aus Studien wissen wir, dass ein hoher Anteil der vor 15 bis 25 Jahren geborenen Personen ungeimpft geblieben ist“, sagt die niedersächsische DAK-Chefin Regina Schulz. „Deshalb appelliere ich an alle Eltern, ihre Kinder mindestens zweimal gegen Masern impfen zu lassen.“ Nicht jede Impfung zieht eine wirksame Immunisierung nach sich. Daher empfiehlt auch das Landesgesundheitsamt Niedersachsen eine zweite Impfung.

Masern sind vor allem wegen zusätzlicher Komplikationen gefährlich: Die Krankheit kann Gehirn-, Hirnhaut- und Lungenentzündungen auslösen. Eine gefürchtete Spätfolge ist die sog. SSPE (Subakute sklerosierende Panenzephalitis), die schätzungsweise bei einem von 10000 Masernfällen auftritt. Sie beginnt 6-8 Jahre nach der Infektion und verläuft praktisch immer tödlich.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen - MMRV) für alle Kinder bis zum zweiten Lebensjahr. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre. Wer sich beim Arzt impfen lässt, muss keine Praxisgebühr zahlen - Impfungen sind Vorsorgeleistungen und daher von dieser Gebühr befreit.

Quelle:
http://www.presse.dak.de/ps.nsf/sbl/7D985F1F91C69C9FC12576A400300881?open

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Andreas E.
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