Thema: Was tun bei Allergie?

09.06.10 13:40 Uhr

Bild: (c) Stihl024 / pixelio.de

Zivilisationskrankheit Allergie: Seit den 60er Jahren verdoppelt sich die Zahl der Allergiker im Zehn-Jahres-Rhythmus. Heute leidet bereits jede/r Fünfte an einer Form der Allergie.

Der Trend ist weltweit und insbesondere in Industrie-Nationen zu erkennen: Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis nehmen rapide zu. So ist etwa in Deutschland der Prozentsatz der erwachsenen Bevölkerung mit allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) zwischen 1992 und 1998 von 10 auf 17 Prozent gestiegen. Mit Besorgnis beobachten wir Mediziner auch die Zunahme von Allergien bei Kindern: Bis zu 20 Prozent der Kinder leiden an Neurodermitis, bei zwei bis fünf Prozent wird bereits Bronchialasthma diagnostiziert. Die tatsächliche Zahl der „Asthmakinder“ dürfte jedoch viel höher sein.

Neben saisonalen Allergieformen (Stichwort Pollen) spielen so genannte „Indoor-Allergien“ eine immer wichtigere Rolle: Tierhaare, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze fordern das Immunsystem heraus. Werden diese Allergien nicht rechtzeitig erkannt, ist der Betroffene unter Umständen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr mit seinen Allergenen konfrontiert.



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Als Ursachen für die Zunahme der Allergien in Industrie-Nationen wird eine Reihe von Faktoren diskutiert. Fest steht, dass die genetische Disposition Einfluss auf die Entstehung von Allergien hat: Ist ein Elternteil allergisch, so beträgt das Risiko einer Allergie-Entwicklung etwa 30 Prozent, bei zwei allergischen Elternteilen steigt es auf 60 Prozent.

Ein weiterer Grund kann unsere zu wenig ausgelastete Immunabwehr sein. Unser Immunsystem hat die Aufgabe, vor Viren, Keimen und Erregern zu schützen, die dem Körper gefährlich werden können. Durch die Möglichkeiten der medizinischen Vorsorge und die – oft übertriebenen – hygienischen Lebensbedingungen hat unser Immunsystem einen Großteil seines Aufgabenbereiches verloren. So sucht es sich offenbar eine neue Beschäftigung und kämpft gegen Stoffe und Substanzen, die für den Menschen keine Bedrohung darstellen. Eine rezente Salzburger Untersuchung zeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, deutlich seltener an Allergien leiden als Stadtkinder. Der frühe Kontakt mit Tieren und einer weniger sauberen Umgebung scheint genauso vor Allergien zu schützen wie ein Training des Immunsystems durch Infektionen im Kindesalter.

Darüber hinaus spielen auch sozioökonomische Faktoren sowie der Lebensstil eine wichtige Rolle: Wer sich besonders viel in geschlossenen Räumen mit den typischen Allergenen (z.B. Hausstaubmilben oder Schimmelpilze) aufhält, läuft schneller Gefahr, zum Allergiker zu werden.
Nase, Augen, Bronchien, Haut, Magen-Darm-Trakt und Kreislaufsystem: in diesen Organen wird eine Allergie spürbar. Vor allem die rinnende Nase, tränende und juckende Augen sowie Atembeschwerden zählen zu den typischen Symptomen einer Allergie. Dabei denken gerade in den Wintermonaten, wo ohnehin jeder ständig verkühlt ist, nur wenige Patienten an die Möglichkeit einer Allergie! Betroffene sollten daher genau darauf achten, ob sich ihre Beschwerden in einer bestimmten Umgebung verschlimmern. Abgesehen davon sollte jede vermeintliche Verkühlung, die länger als 14 Tage dauert, auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. Hinzu kommen oft Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, die sich im Beruf, in der Schule oder in der Freizeit äußerst nachteilig auswirken.
Besteht nur der leiseste Verdacht auf eine Allergie, sollte man umgehend einen Facharzt bzw. ein Allergie-Ambulatorium um Rat bitten. Neben der genauen Anamnese – seit wann, wie und wo äußern sich die Beschwerden? – wird ein Hauttest sowie eine Blutuntersuchung angeboten. Oft sind beide Untersuchungen nötig, da es eine Vielzahl von Allergenen und ganz unterschiedliche Formen der allergischen Reaktion gibt.

Das Prinzip des Hauttests – auch bekannt als Pricktest – besteht darin, dass geringe Mengen eines standardisierten Allergen-Konzentrats auf die Haut getropft und in die oberste Hautschicht geritzt werden. Eine allergische Reaktion äußert sich durch eine juckende Quaddel, ähnlich einem Gelsenstich. Der Test wird zwar als unangenehm beschrieben, unter fachlicher Aufsicht in einem Allergie-Ambulatorium ist er jedoch völlig risikolos. Die Hautreaktionen verschwinden in der Regel auch innerhalb kurzer Zeit wieder.

Mit Hilfe der Blutuntersuchung kann die Allergie nicht nur bestätigt, sondern auch das Ausmaß der allergischen Entzündung festgestellt werden. Als Maß dafür dienen die spezifischen IgE-Antikörper: Werden solche IgE-Antikörper nachgewiesen, ist die betreffende Person bereits sensibilisiert, auch wenn im Hauttest vielleicht noch keine Reaktion sichtbar ist. Besonders wichtig ist die Blutuntersuchung bei Kleinkindern sowie bei Verdacht auf Allergien gegen Penicillin oder Insektengifte.

Quelle der Pressemeldung:
http://www.allergenvermeidung.org/index.php?id=31,362,0,0,1,0

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Andreas E.
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