Arzt oder Ärztin: Sind Frauen die besseren Mediziner?

13.07.10 00:24 Uhr

(c) tommyS / pixelio.deWer sind die besseren Ärzte – Männer oder Frauen? Um diese Frage zu beantworten, haben Mediziner der Universitäten Bonn und Köln über 50.000 Diabetiker in einer Studie begleitet. Einige waren bei männlichen Ärzten in Behandlung, andere bei weiblichen. Die Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache: In vielen Bereichen schnitten die Ärztinnen deutlich besser ab als ihre männlichen Kollegen. Ihre Patienten besuchten mehr Diabetes-Schulungen und erreichten häufiger die objektiv messbaren Therapieziele – sei es beim Blutzucker, beim Blutdruck oder bei den Blutfetten. Dabei war es unerheblich, ob es sich um männliche oder weibliche Patienten handelte.

Jetzt ist auch eine repräsentative Studie des "Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (TK) für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen" (WINEG) der Frage nachgegangen, ob die Patienten hierzulande mit weiblichen Ärzten oder mit ihren männlichen Kollegen zufriedener sind. Die Antwort der über 1.000 Studienteilnehmer ist vielstimmig: Besser informiert fühlen sich die Menschen von weiblichen Ärzten – zum Beispiel, wenn es um die geplante Therapie oder die Wirkung von Medikamenten geht. Auch bei den "weichen Faktoren", von Verständnis, Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen bis zur Geduld, haben die Frauen leicht die Nase vorn. Und die verschiedenen möglichen Behandlungsalternativen beachten Ärztinnen nach Einschätzung ihrer Patienten ebenfalls besser als männliche Mediziner.

"Beim gemeinsamen Abwägen verschiedener Therapieoptionen und der partnerschaftlichen Entscheidungsfindung bewerten die Patienten dagegen die männlichen Mediziner etwas positiver", sagt Dr. Beate Bestmann,
Sozialwissenschaftlerin im WINEG. Frauen sind dabei mit den weiblichen Ärzten noch eher auf einer Wellenlänge als männliche Patienten – sie sind in diesem Punkt besonders kritisch mit Frauen im Arztkittel. So sagte jeder dritte Mann, der bei einer Ärztin in Behandlung ist: "Ich werde nur selten oder nie von ihr danach gefragt, welche Behandlungsmöglichkeiten ich bevorzuge." Von ihren weiblichen Patienten gab dies nur jede Fünfte an.

Auch in Sachen Praxisorganisation sind die – männlichen wie weiblichen – Patienten mit Männern im Arztkittel zufriedener: Jeder fünfte Patient einer Ärztin ist unzufrieden mit der Wartezeit in ihrer Praxis, bei männlichen Ärzten klagt darüber nur jeder Siebte.

Dr. Beate Bestmann: "Unsere Studie hat kein einheitliches Bild gezeigt, aufgrund dessen wir den Patienten eher einen Arzt oder eine Ärztin
empfehlen könnten. Jeder muss sich selbst überlegen zu welchem Mediziner er gehen möchte. Entscheidend ist dabei sicherlich zuvorderst, ob der Doktor einem sympathisch ist und man sich bei ihm gut betreut und aufgehoben fühlt – egal ob Arzt oder Ärztin."

Quelle: http://www.tk-online.de/tk/medienservice/aktuelle-ausgaben/juni10-arzt-patient/224812

Bild: (c) tommyS / pixelio.de

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Andreas E.
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