Immer mehr schwere Magen-Darm-Infektionen durch Noro- und Rotaviren

08.02.11 14:58 Uhr

(c) Benjamin Klack / pixelio.deDie Zahl der schweren Magen-Darm-Infektionen hat sich innerhalb von acht Jahren vervierfacht: So erkrankten nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) im Jahr 2001 rund 57.000 Menschen in Deutschland an den so genannten Noro- und Rotaviren, 2009 waren es bereits über 240.000. Die Erreger sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Verursachern von schweren Brechdurchfällen. Die TK bezieht sich auf die Zahlen des Robert Koch-Instituts.

"Da man sich bereits über kleinste virushaltige Luftpartikel anstecken kann, besteht gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern verstärkte Ansteckungsgefahr", erklärt Dr. Stefanie von Blücher, Ärztin im TK-Ärztezentrum. Auch die Erkrankungsfälle bestätigen, dass vor allem Kinder und ältere Menschen betroffen sind: Dieses Jahr wurden dem Robert Koch-Institut bereits rund 200.000 Fälle gemeldet – darunter mehr als 55.000 Kinder unter zehn Jahren und mehr als 90.000 Menschen im Alter von über 60 Jahren.

Wer sich infiziert hat, bemerkt das nach ein bis drei Tagen: Die Krankheit zeichnet sich durch starkes Erbrechen, Durchfälle, Übelkeit, Kopf- und Bauchschmerzen aus. "Die Betroffenen verlieren viel Flüssigkeit und sollten deshalb viel trinken", rät die Expertin. Da die Viren noch bis zu acht Tagen nach der Erkrankung ausgeschieden werden können, sind Hygiene- maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife besonders wichtig. Toiletten und Oberflächen sollten mit handelsüblichem Haushaltsreiniger geputzt und Kleidung besonders heiß gewaschen werden.

"Wer einen akut Erkrankten pflegt oder besucht, sollte auf die Händedesinfektion achten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um eine Tröpfcheninfektion zu vermeiden", so von Blücher. Die Darminfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern werden vor allem durch Rotaviren ausgelöst. "Kinder kann man vor den teils heftigen Folgen einer Infektion mit Rotaviren schützen. Die TK übernimmt seit 2008 die Kosten für die Impfung gegen Rotaviren", sagt die Ärztin. Je nach Impfstoff besteht die Impfung aus zwei oder drei Einzeldosen und muss bis zur 24. beziehungsweise 26. Lebenswoche abgeschlossen sein, denn die Impfstoffe sind nur bis zu diesem Alter zugelassen. Der Schutz soll zwei bis drei Jahre anhalten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Rotavirus-Impfung bisher zwar nicht in ihre Empfehlungsliste aufgenommen, sagt aber, dass Säuglinge, die zum Beispiel in Kindertagesstätten versorgt werden, von der Impfung profitieren könnten. "Eltern sollten sich in jedem Fall vom Kinderarzt beraten lassen, der die individuelle soziale und gesundheitliche Situation am besten beurteilen kann. Sie sollten Nutzen und Risiko abwägen und gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, ob eine Impfung individuell sinnvoll ist", sagt die Ärztin. Zu den Nebenwirkungen, die von den beiden Herstellern der Impfstoffe als "sehr häufig" oder "häufig" klassifiziert werden, gehören zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen, Fieber oder Infektionen der oberen Atemwege.  

Quelle: www.presse.tk-online.de

Bild: (c) Benjamin Klack / pixelio.de

Gruppe: Noro- und Rotaviren

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Andreas E.
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