Frage

02.06.07 17:44 Uhr

Meine Nachbarin verhält sich eigenartig und ich weiß keinen Rat, ob und was ich unternehmen kann.
Ich lebe schon seit 14 Jahren in dem Mehrfamilienhaus und kenne Frau H. ebenso lang. Es ist eine reizende, freundlich Dame aber in unregelmässigen Abständen verhält sie sich sehr eigenartig. Dann ist der Blick leer und sie scheint bei einer Unterhaltung vor der Tür gar nicht genau zuzuhören. Die Rollos sind dann immer geschlossen und werden gar nicht mehr geöffnet. Oft wird noch nicht einmal die Tür geöffnet wenn der Paketbote oder andere Personen an ihrer Wohnungstür klingeln. Nach ein paar Tagen oder manchmal sind es auch mehrere Wochen ist diese Phase dann vorbei und sie verhält sich normal als wäre nichts gewesen. Ich habe mit ihr noch nie eine Unterhaltung geführt über diese Stimmungsphasen.

Das Problem ist folgendes: Während dieser Phasen rufen mich Leute an und fragen nach Frau H.. Sie können Frau H. dann nicht per Telefon oder persönlich erreichen. Selbst die Schwester fragt mittlerweile dann bei mir nach. Ich weiss dann auch nicht mehr. Der Wagen von Frau H. steht vor der Tür aber ich höre keine Geräusche. Nichts. Ich mache mir manchmal schon mal Sorgen, ob etwas passiert ist. Ich kann ja nicht die Tür eintreten um nachzusehen!
Durch diese Anrufe der Verwandschaft und Bekannten von Frau H. fühle ich mich allerdings als direkter Nachbar in gewisser Hinsicht verantwortlich.

Was soll ich tun?

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Esther M. 04.06.07 11:46 Uhr:

Das klingt eindeutig nach einem Problem. Warum hilft keiner der Verwandten, wenn die Leute das alles mitbekommen?

Dieter B. 07.06.07 14:37 Uhr:

Die helfen nicht, das Verhältnis ist nicht serh eng zu der Schwester sondern eher förmlich.
Negativ ist, dass Frau H. kaum Verwandte hat. Die Schwester ist im Grunde die einzige. Vor einigen Jahren lebte noch die Mutter. Ihr Sohn ist ebenso vor wenigen Jahren verstorben. Wie ich sogar hörte ist der Sohn nicht eines natürlichen Todes gestorben. Aber genaues weiss ich nicht.

Ich habe dieses Problem gestern mit meinem Arzt besprochen und er sagte, ich könne wenig machen. Frau H. muss sich selbst an einen Arzt wenden.

Esther M. 10.06.07 22:08 Uhr:

Ich sehe nur eine Möglichkeit: spreche Frau H. auf Deine Sorgen an. Vielleicht ist sie dankbar und öffnet sich. Schlage ihr dann sofort einen Arztbesuch vor.

Dieter B. 12.06.07 08:44 Uhr:

Ich kann Frau H. nicht darauf ansprechen. Ich habe nicht das richtige Verhältnis zu ihr. Ausserdem bin ich vom Typ her eher nüchtern und für solche Gespräche auch nicht geeignet.

Es geht wieder los. Ich habe Frau H. seit Tagen nicht gesehen und gehört. Was soll ich machen?

Esther M. 18.06.07 16:31 Uhr:

Spreche doch mal mit dem Pastor eurer Gemeinde.

Dieter B. 21.06.07 20:16 Uhr:

Danke für den Tipp - aber der zuckte nur mit den Schultern.

Das Problem von depressiven Menschen scheint mir zu sein, dass das Aktivitätsniveau sinkt und die Betroffenen völlig passiv sind. Unser Gesundheitsystem aber sieht vor, dass der Betroffene aktiv wird. Der Pastor erklärte mir etwas von Datenschutz und dergleichen. Er verwies auf den Sozialpsychatrischen Dienst des Landkreises. Ich weiss nicht was das ist, aber ich denke das geht zu weit.

Brigitte R. 26.06.07 19:34 Uhr:

Guten Tag!

Ich kenne das. Ich habe jahrelang neben einer Dame gewohnt, die sich von der STASI verfolgt fühlte und sich sogar gefährlich benahm.
Mein Mann und ich hatten Angst vor der Person und vor evtl. Schäden (Brandstiftung). Sie beschuldigte uns, wir würden sie nachts mit Strahlen belästigen und dergleichen.

Leider konnte uns keiner helfen. Nicht mal der Führerschein konnte dieser offensichtlich geistig verwirrten Frau abgenommen werden.

Mein Tipp: Sprechen sie mit einem sogenannten Betreuungsverein. Die können vielleicht nicht direkt helfen, wissen aber Rat.

Mit freundlichen Grüssen

Dieter B. 13.07.07 14:44 Uhr:

Vielen Dank für eure Ratschläge. Ich habe jetzt mit der Schwester telefoniert. Es war ein peinliches Gespräch. Sie versprach sich darum zu kümmern.

Manfred S. 08.08.07 11:57 Uhr:

Hallo Dieter!

Hat sich etwas verändert durch das Gespräch?
Oder wird an anderer Stelle weiterdiskutiert? Bin um Informationen zu Depressionen und übermässigen Alkoholkonsum sehr dankbar.

Conny H. 26.07.08 13:18 Uhr:

Für würde zuerst interessieren, wie alt sie ist.
Ich glaube, sie hat eine starke Depression (oder in der Richtung) und hat wahrscheinlich den Tod ihres Sohnes nicht verkraftet bzw. verarbeitet.
Depressionen, so erklärte mir das eine Ärztin, kann schubweise (phasenweise) auftreten.
In erster Linie müsse sich ihre Schwester jetzt um sie kümmern u. Fr. H. braucht unbedingt ärztliche Hilfe.

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Dieter B.
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