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18.02.08 21:31 Uhr
Die Redaktion von PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit - informiert:
Ein
Hirnschrittmacher verbessert bei Parkinson-Erkrankten nicht nur die
motorischen Fähigkeiten: Er kann auch Störungen der Blasenfunktion
verringern. Wie er dabei in das sensorische System im Gehirn eingreift,
haben Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich zusammen mit
Kollegen aus Kiel und Köln nun erstmals beobachtet. Ihre Ergebnisse
präsentieren sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Brain".
Parkinson-Patienten leiden neben den
bekannten Symptomen wie Zittern, Steifheit und Verlangsamung der
Bewegungen an weiteren Funktionsstörungen. So beklagt fast die Hälfte
aller Parkinson-Patienten Blasenfunktionsstörungen, etwa häufiges
Wasserlassen oder Inkontinenz. Auch die Wahrnehmung des eigenen
Körpers, das Empfinden von Berührungen, das Sättigungsgefühl oder das
Verspüren des Harndrangs ist bei vielen Parkinson-Patienten gestört.
Die motorischen Störungen lassen sich
durch elektrische Reize im Gehirn mit einem Hirnschrittmacher lindern.
Dass diese Therapie auch Blasenstörungen bessert, berichtete Dr. Jan
Herzog von der Christian-Albrechts-Universität Kiel mit Kollegen aus
Köln und Jülich bereits 2006 im Fachmagazin "Brain". Nun haben die
Neurologen erstmals beobachtet, auf welche Weise der Hirnschrittmacher
die sensorischen und vegetativen Funktionen des Gehirns beeinflusst.
Mit funktioneller Bildgebung (Positronen-Emissions-Tomographie, PET)
hatten sie dazu die Gehirnaktivität von Parkinson-Patienten mit ein-
und ausgeschaltetem Hirnschrittmacher untersucht.
"Bereits 2006 hatten wir gesehen, dass
bei Parkinson-Patienten mit ausgeschaltetem Schrittmacher ein Bereich
im Stirnhirn stärker aktiv ist, wenn sie ihren Harndrang unterdrücken.
Das bedeutet, dass sie diesen Prozess bewusster kontrollieren müssen
als gesunde Menschen", sagt Dr. Herzog von der Neurologischen Klinik
des Universitätsklinikums Kiel. Die neue Studie zeigt nun, dass der
Hirnschrittmacher das sensorische Signal im Gehirn für den Harndrang
verstärkt.
"Durch die Verstärkung gelangt die Information dann wieder automatisch
an die Kontrollzentren im Gehirn und der Patient muss nicht bewusst
darüber nachdenken, ob seine Blase voll ist oder nicht", erläutert Dr.
Weiss-Blankenhorn vom Forschungszentrum Jülich.
Die neuen Ergebnisse helfen, die
verschiedenen Wirkungen des Hirnschrittmachers bei der Parkinsonschen
Erkrankung besser zu verstehen. "Das ist eine gute Basis, um diese
erfolgversprechende Therapie langfristig weiter zu optimieren und auch
für andere Indikationen zu öffnen", freut sich Dr. Weiss-Blankenhorn.
Neben Demenzerkrankungen wie Alzheimer
ist die Parkinsonsche Erkrankung die häufigste neurodegenerative
Erkrankung in Deutschland. Etwa 200 Menschen je 100 000 Einwohner
leiden an Morbus Parkinson, wobei die Häufigkeit in der älteren
Bevölkerung stark zunimmt.
Quelle: Forschungszentrum Jülich http://www.fz-juelich.de
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Andreas E. |