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26.02.08 14:33 Uhr
Die Redaktion von PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit - informiert:
Eisen ist für uns lebenswichtig, beispielsweise als Bestandteil von
Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, der unsere Zellen mit Sauerstoff
versorgt. Eisen kann aber auch schwere Schäden verursachen: So sollen
Eisenablagerungen im Hirn für bestimmte Formen der neurodegenerativen
Erkrankungen Morbus Parkinson, Huntington und Alzheimer, mit
verantwortlich sein. Schuld könnte eine Fehlfunktion des
Eisentransporters Transferrin sein. Ein Team um Peter J. Sadler von der
University of Warwick (Coventry, Großbritannien) und Sandeep Verma vom
Indian Institute of Technology (Kanpur, Indien) konnten jetzt zeigen,
dass Transferrin zu wurmartigen Fasern zusammenklumpen kann. Wie sie in
der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, werden dabei rostähnliche Eisenpartikel freigesetzt.
Im Körper liegt Eisen in Form dreifach positiv geladener Eisenionen (Fe3+)
vor und muss immer gut „verpackt“ sein, sonst kann es mit Proteinen
reagieren und Schäden verursachen. Durchs Blutplasma transportiert wird
Eisen in den „Taschen“ des Eisentransportproteins Transferrin.
Ausgepackt wird erst in speziellen zellulären Organellen.
Dabei
kann aber auch etwas schief gehen, wie Sadler und seine Kollegen nun
belegen. Die Forscher schieden mit Eisen beladenes menschliches
Transferrin auf verschiedenen Oberflächen unter Bedingungen ab, die die
Gegebenheiten in lebenden Organismen nachahmen. Wie sich mithilfe von
Mikroskopie und Elektronenmikroskopie zeigte, aggregieren die Proteine
zu langen wurmartigen Fasern. Diese „Würmer“ tragen ein gleichmäßiges
Streifenmuster. Die schmalen dunklen Streifen enthalten etwas Ähnliches
wie Rost. „In den Fasern sind die Eisenionen nicht mehr richtig
eingeschlossen,“ erklärt Sadler, „sondern aggregieren zu periodisch
angeordneten Nanokristallen, deren Struktur dem oxidischen Eisenmineral
Lepidocrocit (Rubinglimmer) sehr ähnlich zu sein scheint.“
Die
Forscher vermuten, dass bei bestimmten Formen neurodegenerativer
Erkrankungen auf ähnliche Weise Eisen-Ablagerungen im Gehirn entstehen
könnten. Solche Eisenkriställchen sind hochreaktiv und können zur
Bildung toxischer freier Radikale führen, die Nervenzellen angreifen
und zerstören. Wenn sich diese Annahme auch in vivo verifizieren lässt, könnten Wirkstoffe, die die Aggregation von Transferrin verhindern, die Basis für neue Pharmaka darstellen.
Quelle: http://www3.interscience.wiley.com
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Andreas E. |