Zurück zur vorigen Seite
03.04.08 21:35 Uhr
Zum Gesundheitsrisiko zählt er nach Meinung der Redaktion PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit - normalerweise nicht; im Gegenteil: Mit niedrigem Blutdruck, die Ärzte sprechen von arterieller Hypotonie, kann man sehr alt werden.
Dennoch leiden viele Betroffene unter Beschwerden
wie Schwindel, Müdigkeit, Lustlosigkeit oder Konzentrationsschwäche,
die ihnen das Leben schwer machen. In einigen Fällen weist die
Hypotonie auch auf eine andere Krankheit hin, wie die Deutsche
Herzstiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Herz heute“
berichtet.
Die Diagnose Hypotonie erfolgt meist, wenn der systolische (obere)
Druckmesswert weniger als 110 oder 100 mm Hg beträgt.
Immerhin haben
zwei bis vier Prozent der Allgemeinbevölkerung eine Veranlagung dafür.
„Grundsätzlich ist niedriger Blutdruck durch Veranlagung harmlos, aber
bei Beschwerden sollte man diesen behandeln“, erklärt Prof. Dr. med.
Dieter Klaus vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.
Sehr häufig handelt es sich bei den Patienten um jüngere, schlanke
Frauen.
Ausdauertraining und Wechselduschen
Zur Therapie sind nur selten Medikamente nötig, vielmehr helfen
verschiedene Allgemeinmaßnahmen dabei, den Blutdruck wieder ansteigen
zu lassen: mehr Kochsalz zu sich nehmen, ausreichend (2 bis 2,5 Liter
am Tag) trinken, Ausdauertraining, Wassertherapie (z.B. Wechselduschen)
oder Kraftgymnastik. Ebenso ist ein Aufenthalt in klimatischen
Reizzonen – an der Nordsee oder im Hochgebirge – zu empfehlen.
Niedriger Blutdruck kann aber auch die Folge einer organischen
Grunderkrankung sein. Als Beispiele sind hier die Unterfunktion der
Schilddrüse oder Nebennierenrinde, Blutarmut, Herzklappenfehler oder
schwere Herzschwäche zu nennen „Deshalb ist es wichtig, dass der Arzt
bei zu niedrigen systolischen Blutdruckwerten zunächst organische
Ursachen ausschließt beziehungsweise deren Behandlung veranlasst“, so
Prof. Klaus.
Bei der sogenannten orthostatischen Hypotonie kommt es beim Wechseln
vom Liegen oder Sitzen zum Stehen zu einem plötzlichen Blutdruckabfall
mit Schwindel und Benommenheit. Gerade bei älteren Patienten ist
hierfür nicht selten die Einnahme von Medikamenten wie Diuretika (die
Wasserausscheidung fördernde Arzneimittel), Psychopharmaka oder
Parkinsonmittel verantwortlich. Da der orthostatische niedrige
Blutdruck eine erhöhte Sturzgefahr bedeutet, sollte gegebenenfalls eine
medikamentöse Umstellung erfolgen und auch hier mit Allgemeinmaßnahmen
wie erhöhter Kochsalz- und Flüssigkeitszufuhr, Wechselduschen und
körperlichem Training gegengesteuert werden.
Quelle: www.herzstiftung.de
Die Einzelaspekte und Fragen des Themas werden hier chronologisch gezeigt. Beteilige dich und schreibe eine Antwort!
|
Andreas E. |