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19.04.08 11:11 Uhr
Die regelmäßige Einnahme einer sinnvoll zusammen gesetzten
Nahrungsergänzung mit antioxidativen Mikronährstoffen wie Vitamin C und
E, Beta-Carotin, Zink und Selen ist nach aktuellem Erkenntnisstand ein
sinnvolles Element individueller Gesundheitsvorsorge. Darauf weißt die
Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung (GIVE e.V.)
gegenüber PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit - hin.
Aufgrund ihrer Auswertung verschiedener älterer
Studienergebnisse war ein Team aus serbischen und dänischen Forschern
zu dem Schluss gekommen, bestimmte Vitamine hätten die Lebensdauer der
Studienteilnehmer eher verkürzt1. Auf den zweiten Blick offenbart die
statistische Arbeit allerdings eklatante wissenschaftliche Mängel, die
keine Neubewertung des Nutzens einer Antioxidantien-reichen Ernährung
ermöglichen.
So hatte das Team von über 750 aufgefundenen
Studien nur 67 für die Übersichtsarbeit berücksichtigt. Allein 405
Studien fielen aus der Datenbasis, weil im Beobachtungszeitraum keine
Todesfälle aufgetreten waren. Die berücksichtigten Studien
unterschieden sich im Versuchsaufbau so stark, dass eine gemeinsame
Datenbetrachtung unmöglich erscheint: Die Behandlungsdauer schwankte
zwischen einem Tag und 12 Jahren, die untersuchten Mikronährstoffe und
ihre Dosierung unterschieden sich stark, bis um den Faktor 500, es
wurden unterschiedliche ethnische Gruppen mit stark divergierendem
Gesundheitszustand bis hin zu chronischen Erkrankungen eingeschlossen.
Die Beobachtungsdauer variierte von 28 Tagen bis zu 14 Jahren. Darüber
hinaus galt als Bewertungskriterium die Mortalität, wobei die
Todesursachen nicht berücksichtigt wurden. Die Auswertung geht vielmehr
davon aus, dass alle Todesfälle mit der Einnahme oder Nicht-Einnahme
von Antioxidantien kausal verknüpft waren. Eine solche Auswertung, so
Prof. Dr. Jörg Hasford, Institut für Medizinische
Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der
Ludwig-Maximilians-Universität München, "kombiniert mehrfach
fehlerhafte Vorgehensweisen mit verfälschender Darstellung und
Berichterstattung und leistet keinen ernst zu nehmenden Beitrag zur
Beantwortung der Fragestellungen."2
"Es ist unverantwortlich,
die Verbraucher aufgrund derartig einseitig ausgewählter Daten zu
verunsichern", so der Vorsitzende der GIVE, Rudolf Giedt.
Wissenschaftlich seien die weit reichenden Folgerungen der
Arbeitsgruppe, unter anderem den gesundheitspolitischen Status von
Nahrungsergänzungen betreffend, anhand dieser Datenlage nicht
nachvollziehbar. "Nach dem wissenschaftlichen Stand der Erkenntnis und
den jahrzehntelangen Erfahrungen leisten ausgewogen dosierte
Nahrungsergänzungen ergänzend zu einem gesunden Lebensstil einen
wertvollen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden. Daran ändert diese
fragwürdige Publikation sicher nichts."
1) Bjelakovic G et al., Antioxidant supplements for prevention of
mortality in healthy participants and patients with various
diseases. Cochrane Database of Systematic Reviews (2) 2008,
Ausgabe 2. Artikelnummer: CD007176. DOI:
10.1002/14651858.CD007176
2) Aus einem Vortrag anlässlich eines GVF Workshops am 25.07.2007
in München zum Thema "Vitamine & Co. in Studien und
Metaanalysen - Wissenschaftliche Daten kritisch lesen und richtig
interpretieren"
Quelle: GIVE-Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung e.V.
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Andreas E. |