Depressionen und Geist

01.05.08 15:17 Uhr

Stichworte wie

"Reiß dich zusammen"
"Das schaffst du schon"
"Ein glücklicher Geist in einem gesunden Körper"

ärgern mich. Jeder, der selbst unter Depressionen litt oder zu leiden glaubte kennt das aber. Wie begegnet man diesen "Tipps"?

Soll ich sie ignorieren? Soll ich sie überhören?

Reagiere ich überhaupt - das führt nur zu Diskussionen, zu denen ich dann weder Lust noch Kraft habe. Ich habe keine Lust mich zu rechtfertigen.

Und Zweifel bleibt doch. Sollte ich mich nicht mal einfach zusammenreißen? Wie geht das denn? Und dann sind da noch die Ängste. Die beherrschen mich einfach. Die sind dann so laut, daß ich nichts anderes mehr denken kann.

Ich versuche mich dann immer abzulenken. Es ist aber nur ein Versuch. Ich darf mich gar nicht erst in die Sache hineindenken. Man kann sich nämlich richtig in Sachen hineindenken. Das muss man vermeiden.

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Gitte S. 27.06.08 18:52 Uhr:

Hallo Sebastian

Ich sehe das so, wenn man zuviel Zeit und Langeweile hat, dann fängt man an über irgendwas nachzudenken. Wenn man dazu noch nicht all zu viel abwechslung hat, um zwischendurch an etwas anderes zu denken, bleibt man bei dem Einem. Dieses führt dann dazu, das wie du schon geschrieben hattest, in ein reinsteigern.Um hier wieder rauszukommen, benötigt man eine Aufgabe, die einen dazu verleitet an etwas anderes zu denken.Pillen stellen nur ruhig, die Gedanken bleiben. Bis etwas neues diesen Platz einnimmt.

Siegmund G. 28.06.08 11:51 Uhr:

Hallo Sebastian,

zu den vermeintlichen Tipps oder Ratschlägen kann ich Dir nur empfehlen zu Antworten dass Depressionen zu haben eine ernsthafte Krankheit ist und nicht mit einer gelegentlichen "Stimmungslage" oder eines "schlechten Gemütszustandes" zu vergleichen ist.
Es ist eine Krankheit die man auf keinen Fall unterschätzen oder bagatellisieren darf.

Sebastian D. 29.06.08 00:47 Uhr:

Danke. Im Moment geht es auch wieder ganz gut, sowohl mit meiner Gesundheit als auch sonst.

@ Gitte: Ich sehe es genauso, d.h. ich habe es so erlebt. Pillen stellen nur ruhig, aber die Gedanken überleben. Sie bleiben bis zur nächsten schlechten Zeit. Du nennst es Langeweile. Selbst wenn ich etwas zu tun habe, erscheint mir manchmal mein Tun als unwichtig. Dann stellt sich so etwas wie Langeweile (im Kopf) ein, obwohl ich etwas zu tun hätte. Insofern stimme ich dir zu.

@ Siegi: Ich nehme die Sache ernst und habe schon vor einiger Zeit die offizielle Diagnose. Es war eine Bestätigung meiner Vermutung und irgendwie war ich erleichtert. KOmisch.

Gitte S. 30.06.08 01:17 Uhr:

Ich habe selber MS und kenne das Gefühl irgendwie unbrauchbar zu sein.
Ich verfalle in Stimmungen, wo meine Umwelt nicht so recht mit klar kommt.Was wiederum nicht unverständlich ist. Pillen helfen mir da überhaupt nicht, sie beruhigen mich zwar für Momente und ich kann dann auch gut schlafen,doch nehmen sie mir nicht mein Problem, meine MS.

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Sebastian D.
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