Aktion der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

03.05.08 15:32 Uhr

Morbus Parkinson -
Wenn der „Bote“ im Gehirn fehlt

Informationen zur Aktion: Hinsehen, handeln, helfen der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. in PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit:

Morbus Parkinson ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, noch vor den viel bekannteren wie Demenz oder Alzheimer. Parkinson ist bisher nicht heilbar, obwohl der Mechanismus der Erkrankung inzwischen bekannt ist. Die letzten Ursachen sind jedoch wissenschaftlich noch nicht vollkommen geklärt.

Morbus Parkinson beginnt nur ausnahmsweise plötzlich, in den meisten Fällen entwickelt sich die Krankheit zunächst unauffällig und schleichend. Für den Patienten und auch für den Allgemeinarzt ist das Anfangsstadium nur schwer zu erkennen. Deshalb spielen Maßnahmen zur Früherkennung eine besonders wichtige Rolle, um möglichst frühzeitig die richtige Behandlung einzuleiten.

Wie kommt es zur Parkinson’schen Krankheit?

Parkinson entsteht durch eine kontinuierliche Rückbildung wichtiger Nervenzellen im Gehirn, die für die Herstellung des Botenstoffes Dopamin (Neurotransmitter) verantwortlich sind. Botenstoffe ermöglichen den Austausch wichtiger Informationen zwischen den Nervenzellen, um die biologischen Steuerungen und Abläufe im menschlichen Körper aufrechtzuerhalten. Erste typische Krankheitssymptome treten allerdings erst ein, wenn etwa 60 bis 70 Prozent der Dopamin produzierenden Nervenzellen zerstört sind. So ist zu erklären, dass viele Parkinson Patienten bereits seit Jahren an der Krankheit leiden, ohne et-was davon zu bemerken. Bisher ungeklärt ist noch, warum die Dopamin produzierenden Zellen absterben.

Parkinsontypische Bewegungsstörungen

Betroffen ist vor allem das motorische System. Durch die stark verminderte körpereigene Herstellung des Botenstoffes treten Störungen im Koordinationszentrum, dem sogenannten Thalamus, ein. Die Folge sind Bewegungsstörungen wie Akinese, Rigor oder Tremor.

Unter Akinese versteht man eine verminderte Beweglichkeit bis hin zum Bewegungsverlust. Der Parkinson-Patient hat Schwie-rigkeiten, eine beabsichtigte Bewegung in Gang zu bringen, diese gleichmäßig fortzuführen und sie rechtzeitig zu beenden.

Darüber hinaus leidet er häufig auch unter dem sogenannten Rigor. Dies ist eine Verspannung und Steifigkeit des Muskelapparates, die zu ruckartigen Bewegungen oder auch plötzlichen Bewegungsblockaden der Extremitäten und des Kopfes führen.
Der Tremor ist ein Zittern, das bei Morbus Parkinson typischerweise in Ruhe vorhanden ist und bei einer Tätigkeit verschwindet.

Frühsymptome der Parkinsonschen Erkrankung

Charakteristische Vorboten von Morbus Parkinson sind neben der Verlangsamung und Steifigkeit, Veränderungen des Schriftbildes, eine ausdruckslose Mimik und ein seltenerer Lidschlag. Die Schrift wird kleiner und unleserlich. Durch den verminderten Lidschlag und die fehlende Mimik wirken Parkinson-Patienten oft traurig.

Außerdem kann die Sprache betroffen sein. Die Stimme wird monoton, leise oder stockend. Patienten flüstern oder haben eine unverständliche Sprache. Menschen, die an Morbus Parkinson erkrankt sind, wirken oft ungeschickt. Durch die Verlangsamung ihrer Bewegungen brauchen sie für alltägliche Dinge wie das Anziehen, die Körperpflege oder das Rasieren sehr viel länger als vor der Erkrankung. Das Knöpfen, das Es-sen mit Messer und Gabel oder das Aufschließen einer Tür fällt ihnen oft schwer. Neben diesen sichtbaren Symptomen leiden viele Betroffene auch unter Einschränkungen, die für ihre Mitmenschen nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. So beginnen etwa 20% aller Parkinson Erkrankungen mit einer Depression. Außerdem treten andere vegetative Störungen wie vermehrter Speichelfluss, Schwitzen, Darmträgheit, gestörte Sexualfunktion und nicht zu unterdrückender Harndrang auf. Diese Symptome können aber auch erst im Verlauf der Erkrankungen auftreten und sich wieder zurückbilden.

Moderne Therapien erhalten Lebensqualität

Die wirksamste Therapie für Parkinson-Patienten ist die Zufüh-rung des fehlenden Botenstoffes Dopamin. Da er wegen seiner Struktur nicht direkt ins Gehirn gelangen kann, wird eine Vorstufe dieses Stoffes (L-Dopa) verabreicht. L-Dopa gelangt in die Nervenzellen und wird dort vom eigenen Körper zu Dopamin umgewandelt. Auf diese Weise wird der Krankheitsverlauf er-heblich verlangsamt.

Die Therapie mit L-Dopa ist jedoch nicht ganz einfach. Die Sub-stanz muss oft in Kombination mit anderen Präparaten gegeben werden und kann zu Spätsyndromen wie Einschränkungen der Beweglichkeit und unwillkürlichen Bewegungen, sogenannten Fluktuationen, führen. Aus diesem Grunde werden inzwischen auch andere Wirkstoffe für eine Therapie eingesetzt. Etwa die Wirkstoffgruppe der Dopamin-Agonisten, die inzwischen sowohl in der Mono- als auch in der Kombinationstherapie empfohlen werden. Dopamin-Agonisten bieten aufgrund ihres Therapieef-fektes die Möglichkeit, L-Dopa-Spätkomplikationen zu verzögern.
Im späteren Verlauf der Parkinson-Erkrankung kommt es zu so genannten OFF-Phasen, in denen die Medikamente keine Wirkung zeigen und der Patient unter schlechter Beweglichkeit oder Erstarrung (Freezing) leidet. In dieser Phase der Erkrankung gewährleistet der Wirkstoff Apomorphin schnellere Hilfe. Die Beweglichkeit des Patienten wird innerhalb von zirka fünf Minuten wieder hergestellt. Apomorphin kann in zwei verschidenen Applikationsformen eingesetzt werden: Als Injektionsstift (Pen) oder als Infusionspumpe. Der Pen ist die ideale Schnellhilfe bei Patienten, die täglich an mehreren starken Bewe-gungsstörungen leiden. Eine kontinuierliche Therapie kann mittels Apomorphin-Infusionspumpe durchgeführt werden. Die Therapie mit Medikamenten wird durch Krankengymnastik, Massagen, Ergotherapie und eventuell Logopädie und Psychotherapie unterstützt.

Als vielversprechende Behandlungsalternative gilt die Tiefen-hirnstimulation. Hierbei werden mit einem chirurgischen Eingriff feine Elektroden millimetergenau in bestimmte Regionen des Gehirns, den sogenannten Basalganglienkernen platziert. Die Elektroden sind an eine Art „Schrittmacher“, dem Impulsgenerator angeschlossen, der beim Patienten in der Regel unterhalb des Schlüsselbeins implantiert wird.

Diese Behandlung wird vorzugsweise eingesetzt, wenn nach vielen Jahren der Parkinsonbehandlung die Wirksamkeit der Medikamente nachlässt und der Patient unter starken Nebenwirkungen der Behandlung leidet, wie z. B. starken Überbewegungen. Eine derartige Behandlung spezieller Hirnregionen führt bei bis zu 85-90 Prozent der Patienten zu einer sehr deutlichen Minderung oder dem völligen Verschwinden der Parkin-sonsympthomatik (Zittern, Rigor, Akinese).

Quelle + Kontakt:
Deutsche Parkinson Vereinigung e. V. (dPV) -Bundesverband-
mail: info@parkinson-vereinigung.de
www.parkinson-vereinigung.de

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Carola M. 26.05.08 22:30 Uhr:

Also wie das im Beitrag beschrieben wurde, kenn ich sehr gut.Bei meinem Rehaaufenthalt wollte man mir einreden ,daß mein Koprtremor mit meinen Psychischen Zustand zusammenhängt.Ich war in einer Psychosomatischen Klink.Da starke Depressionen der eigendliche Grund waren .Denn die Diagnose wurde viel später fesgestellt.Da man bei mir noch nicht das IBZM gemacht hat, sind die der Meinung es ist ja noch nicht sicher.Das hat mich sehr verunsichert .Doch ich kann nur bestätigen , daß mein körperlicher Zustand immer schlechter wird .ZBsp. wenn ich in einem Supermarkt an der Kasse stehen muß fange ich innerlich an zu zittern und mein Tremor wird auch immer schlimmer,wo ich nichts dagegen machen kann.Das ist wieder ei Zeichen , daß man nie richtig sagen kann wann die Krankheit richtig ausbricht.Ich finde es aber erstaunlich ,wie weit die Wissenschaft in dieser Richtung schon ist.

Heidrun T. 08.09.08 17:19 Uhr:

Was möchten Sie dazu wissen? Dieser Bericht ist gut und ausfürlich und man dann sich unter www.parkinson-vereinigung.de über fast alles unterrichten, oder bekommt Tips,die weiterhelfen.

Heidrun T. 08.09.08 17:30 Uhr:

Für Frau Carola M.- würde ich meinen Mitpatienten sagen, sie sind noch nicht richtig eingestellt und eine gute Parkinsonklinik hilft weiter.Man muß beides sehen Parkinson mit Psychosomatik, nicht Psychosomatik mit Parkinson. Aber es muß Parkinson sein.

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Andreas E.
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