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Ergebnis der bisher grössten Diabetes-Studie

13.06.08 09:06 Uhr

Neue Ergebnisse der weltweit bislang grössten Studie über Diabetestherapien zeigen, dass die intensive Blutzuckerkontrolle mit Gliclazid MR und anderen eventuell notwendigen Medikamenten die Patienten vor den schweren Komplikationen dieser Krankheit schützt.Über dieses Ergebnis berichtet ADVANCE (Action in Diabetes and Vascular Disease) gegenüber der Redaktion PatientenWieIch - Ratgeber Patient und Gesundheit.
(c) Thomas Schubert / pixelio.de
Insbesondere reduziert die intensive Therapie das Risiko vonNierenerkrankungen um ein Fünftel. Die heute vor der American Diabetes Association vorgestellten und im New England Journal of Medicineveröffentlichten Ergebnisse von ADVANCE (Action in Diabetes andVascular Disease) zeigen, dass diese intensive Therapiestrategie für Millionen von Diabetes-Patienten weltweit potenziell von Nutzen seinkann.

Diabetes mellitus stellt weltweit eine der grössten Bedrohungen für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Rund um den Globusleben etwa 250 Millionen Menschen mit Diabetes. Schätzungen zufolgewird diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf 380 Millionen ansteigen.

Der leitende Prüfarzt der Studie, Professor Stephen MacMahon, Principal Director des George Institute in Australien, kommentierte: "Wir stehenvor einer globalen Diabetes-Epidemie. Die Ergebnisse von ADVANCE gehenüber die bestehende Evidenz hinaus, da wir gezeigt haben, dass sichdurch Reduzierung des Hämoglobin A1c-Spiegels (ein Marker der Blutglucosekontrolle) auf 6,5% schwere Komplikationen sicher und wirksam verringern lassen. Das gilt besonders für Nierenerkrankungen, die zu den schwerwiegendsten und funktionseinschränkendsten Folgen des Diabetes gehören und die bei einem von fünf Diabetes-Patienten zum Todeführen."

"Hypoglykämien (Unterzucker) waren in der ADVANCE Studie selten, obwohl sie erwartungsgemäss bei den Teilnehmern, die intensiv behandelt wurden, häufiger auftraten", betonte Studiendirektor, Associate Professor Anushka Patel vom The George Institute. "Diese Resultate bestätigen, dass die Blutglucosesenkung bei Diabetes sicher ist und dass sie eine wichtige Rolle bei der Verhinderung schwerer Komplikationen spielt.

Darüber hinaus gab es im Gegensatz zu der kürzlich gestoppten ACCORD Studie keinerlei Anhaltspunkte für ein erhöhtes Todesrisiko bei denjenigen, die im Rahmen der ADVANCE Studie intensiv therapiert wurden."

Initiiert und geplant wurde ADVANCE von Ärzten des australischen George Institutefor International Health. Darin involviert war eine Gruppe unabhängiger Medizinforscher aus 20 Ländern der Welt. Teilgenommen haben 11.140 Patienten mit Typ 2-Diabetes, die fünf Jahre lang behandelt und nachkontrolliert wurden. Ziel der Studie war die Senkung des Hämoglobin A1c-Spiegels auf 6,5% oder weniger. Die intensive Therapie für alle Patienten erfolgte mittels Sulfonylharnstoff, d. h. Gliclazid MR, sowie anderer Medikamente, die zur Erreichung des Hämoglobin-Zielwerts erforderlich waren.

Die Hauptergebnisse von ADVANCE zeigen, dass die intensive Therapie zur Blutzuckersenkung:

 - die Blutglucose sicher auf einem mittleren HbA1c-Spiegel von 6,5% hielt
- das Gesamtrisiko schwerer Diabetes-Komplikationen signifikant (um 10%)
reduzierte, wobei die Reduzierung von Nierenerkrankungen ein Fünftel
(21%) und die Entstehung einer Proteinurie (ein gut eingeführter Marker
eines erhöhten kardiovaskulären Risikos) 30% ausmachte.
- einen positiven Trend in Richtung Reduzierung der Gefahr eines
kardiovaskulären Todes (12%) erzielte, wenngleich dieses Ergebnis
statistisch nicht signifikant ist.

"Heute steht fest, dass für die Vorbeugung von schwerwiegenden vaskulären Komplikationen beim Diabetes ein Multifaktor-Ansatz erforderlich ist, der alle modifizierbaren Risikofaktoren berücksichtigt", bemerkte Professor John Chalmers, Leiter der Managementgruppe der Studie, abschliessend. "Dabei spielt die intensive Glucosekontrolle eine wichtige Rolle, besonders für den Schutz der Nieren."

Quelle: http://www.advance-trial.com


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Andreas E.
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