07.03.11 14:46 Uhr
Das Volumen der von den niedergelassenen Ärzten verschriebenen Antibiotika ist in den letzten fünf Jahren um fast 25 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Kranken-kasse (TK) hervor, der die Arzneimittelverordnungen der bei der TK versicherten Erwerbspersonen ‒ das sind Berufstätige und Bezieher von Arbeitslosengeld I ‒ analysiert. Demnach erhielt jede Erwerbsperson im Jahr 2009 5,1 Tagesdosen Antibiotika. 2004 waren es noch 4,1 Tagesdosen.
"Antibiotika sind - gezielt eingesetzt - eine der wichtigsten und effektivs-ten Mittel im Kampf gegen bakterielle Infektionen", sagt Thomas Widmann, Arzneimittelexperte bei der TK. "Andererseits führt ein falscher Einsatz genau zum gegenteiligen Effekt. Eine falsche Dosierung oder eine zu kurze Einnahme macht die Bakterien resistent gegen die Medikamente. Deswegen ist bei der Verordnung von Antibiotika eine genaue Nutzen-Risiko-Abwägung angebracht. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Antibiotikaresistenzen von Krankenhauskeimen sollte diese Steigerung Patienten und Ärzte für dieses Thema erneut sensibilisieren", so Widmann
Nach aktuellen Schätzungen stecken sich pro Jahr rund 500.000 Patienten in Krankenhäusern und Pflegeheimen mit so genannten MRSA-Keimen an, gegen die viele Antibiotika nicht mehr helfen. Man schätzt, dass rund 15.000 Patienten jährlich sogar an den resistenten Bakterien sterben.
Mit einem neuen 10-Punkte-Katalog für eine verbesserte Krankenhaushygiene sagt die TK den Keimen deswegen den Kampf an. Diese Liste beinhaltet neben den Forderungen nach Präventionsmaßnahmen wie zum Beispiel Screenings bei Risikopatienten, bevor sie in eine Klinik aufgenommen werden, auch die Forderung nach einem verantwortungsvolleren Einsatz von Antibiotika im ambulanten und stationären Bereich. Widmann: "Das Vorzeigeland im Kampf gegen Krankenhauskeime, die Niederlande, verfolgt schon seit Jahren eine sehr strenge Antibiotika-Strategie. Wer mit einer normalen Erkältung oder leichtem Husten in den Niederlanden zum Arzt geht, bekommt in der Regel keine Antibiotika verschrieben."
Gruppe: Medikamente
Bild: (CC BY 2.0) Lacrimae_video
Quelle: http://www.tk.de/tk/medienservice/aktuelle-ausgaben/februar11-arzneimittelversorgung-2-0/280108
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Andreas E. |