Parodontose kann aufs Herz schlagen

07.03.11 14:49 Uhr

Knapp ein Viertel der 35- bis 44-Jährigen Deutschlands haben eine schwere Parodontitis; bei den Senioren liegt die Zahl sogar bei 40 Prozent. So die Ergebnisse der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV). Folge dieser Erkrankung ist jedoch nicht nur ein Angriff auf Zahnfleisch und Kieferknochen und der anschließende Verlust der Zähne. In mehreren wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Parodontitis ein Risikofaktor für Herzerkrankungen sein kann. Vermutet wird, dass über Entzündungen im Mundraum Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Findet das Immunsystem diese Eindringlinge, bekämpft es sie, indem es den Gefäßen den „Befehl“ gibt, die Gefäßwände zu verstärken. So können sich eventuell bereits verengte Blutgefäße weiter verengen oder sogar einreißen. Das wiederum führt zu einem erhöhten Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.


(c) Techniker Krankenkasse, Hamburg

 

 

 

Die gute Nachricht: "Je früher eine Zahnbetterkrankung erkannt wird, desto erfolgreicher kann man diese behandeln. Allerdings heilt sie nur selten vollständig aus", sagt Dr. Ernst Sobotta, Zahnarzt beim Ärztezentrum der Techniker Krankenkasse (TK). Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann man einiges tun:

 

  • Eine sorgfältige Mundhygiene ist das A und O. Die meisten Zahnbeläge lassen sich mit der Zahnbürste entfernen, noch bevor sie Schaden anrichten können. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume stehen eine Reihe von Hilfsmitteln zur Verfügung, beispielsweise Zahnseide, Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürsten) und Zahnhölzer. Die Zähne sollte man mindestens zweimal täglich (morgens und abends) gründlich reinigen. Ist die Zahnbürste unterwegs mal nicht zur Hand, eignen sich für die Zahnpflege zwischendurch zuckerfreie Kaugummis.

  • Nicht so oft Süßes essen. Zucker ist der ideale Nährboden für Bakterien. Gut sind Vollkornprodukte und Rohkost, weil durch das kräftige Kauen die Knochensubstanz gestärkt, durch eine vermehrte Speichelproduktion die Zähne gereinigt und das Zahnfleisch massiert wird. Obst und Gemüse liefern Vitamin C, das vor Zahnfleischentzündungen schützt. Das in Milch- und Käseprodukten enthaltene Phosphor und Kalzium sorgt dafür, dass sich Zahnschmelz bildet. Nahrungsmittel wie Fisch oder grüner Tee enthalten Fluorid. Dieses Mineral macht die Zähne resistenter gegen Säuren.

  • Die Zähne regelmäßig durch den Zahnarzt kontrollieren lassen. Für die Vorsorgeuntersuchungen fällt keine Praxisgebühr an. Die Abrechnung erfolgt einfach über die Krankenversichertenkarte. Den Nachweis der Untersuchungen bestätigt der Zahnarzt im Bonusheft, das man in jeder Zahnarztpraxis bekommt. Die Vorsorgeuntersuchung kann je Kalenderhalbjahr einmal in Anspruch genommen werden. Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, tut nicht nur seiner Gesundheit etwas Gutes, sondern bekommt im Fall des Zahnersatzes auf den Festzuschuss einen zusätzlichen Bonus von seiner Krankenkasse.

 

Quelle: http://www.tk-online.de/tk/medienservice/aktuelle-ausgaben-2009/dezember09-herz/199648

Bild: (c) Techniker Krankenkasse, Hamburg

Gruppe:
Parodontose

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Andreas E.
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